Neurologie (Neuromodulation) - Für ein selbstbestimmtes Leben

Elektrophysiologische Vorgänge bestimmen nicht nur die Herzfunktion, sondern auch andere Prozesse im Körper. Der Medtronic-Gründer Earl Bakken und seine Mitstreiter erkannten daher schon früh in unserer Geschichte, welches Potenzial in dem Prinzip Elektrostimulation steckt. Seit den 1960er Jahren entwickelt Medtronic Therapien, bei denen sich durch Stimulation Schmerz, Bewegungsstörungen und Erkrankungen des Beckenbodens behandeln lassen.

Tiefe Hirnstimulation (Medtronic DBS Therapie)

Activa

Activa® RC: Der weltweit erste wiederaufladbare Neurostimulator für die Tiefe Hirnstimulation

Die Tiefe Hirnstimulation wird bei Parkinson-Krankheit, essentiellem Tremor und Dystonie eingesetzt und kann die Symptome dieser Erkrankungen lindern. Bei der Tiefen Hirnstimulation werden bestimmte Areale des Gehirns stimuliert. Die Stimulation kann von außen an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden.

Neuromodulation bei chronischen Schmerzen (Rückenmarksstimulation und intrathekale Arzneimittelinfusion)

RestoreSensor

Wiederaufladbarer Neurostimulator RestoreSensor für die Therapie chronischer Schmerzen

Neurostimulatoren und Medikamtenpumpen für die intrathekale Arzneimittelinfusion verändern Schmerzsignale, bevor diese das Gehirn erreichen. Ein Neurostimulator gibt elektrische Impulse an das Rückenmark oder direkt an den betroffenen Nerv ab. Die Schmerzen werden so durch ein angenehmes Kribbelgefühl überlagert. Die Medikamentenpumpe gibt ein schmerzlinderndes Medikament in geringen, genau einstellbaren Mengen in den mit Flüssigkeit gefüllten Raum (Liquorraum) um das Rückenmark ab.

Beide Verfahren können nach der Implantation nicht-invasiv genau auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden. Weltweit wurden bereits bei über 250.000 Patienten Medtronic Stimulatoren zur Schmerzlinderung eingesetzt,1 zum Beispiel bei Angina pectoris, chronischem Rücken- und Beinschmerz, komplexem regionalem Schmerzsyndrom und schmerzhaften Neuropathien.

Intrathekale Baclofen-Therapie (ITB-Therapie, Baclofenpumpe, Spastikpumpe)

Synchromed

Medikamentenpumpe SynchroMed® II für die ITB- und Schmerztherapie

Medikamentenpumpen für die intrathekale Baclofen-Therapie (ITB) ermöglichen eine anpassbare, reversible Behandlung einer schweren Spastik. Über einen Katheter gibt die Pumpe ein flüssiges Arzneimittel namens Baclofen (Lioresal® Intrathecal) direkt in den das Rückenmark umgebenden flüssigkeitsgefüllten Raum (Liquorraum) ab, wo es sehr effektiv wirkt. Medikamentenpumpen können bei der Behandlung von Spastik unterschiedlicher Ursache eingesetzt werden.

Neurostimulation zur Blasen- und Darmkontrolle und bei Magenlähmung (Gastroparese)

InterStim

InterStim® II-Schrittmacher für die Behandlung von Blasen- und Darmfunktionsstörungen

Mit einem implantierten Schrittmacher (Beckenbodenschrittmacher, Blasenschrittmacher oder Darmschrittmacher genannt), der leichte Impulse an Nerven im unteren Rückenbereich abgibt, lassen sich verschiedene Funktionsstörungen des Beckenbodens behandeln. Dazu gehören die überaktive Blase (mit oder ohne Dranginkontinenz), die schlaffe Blase (mit hohen Restharnmengen), Stuhlinkontinenz und Verstopfung (Obstipation). Durch die ständige Suche nach einer Toilette kann der Leidensdruck für Menschen mit diesen Erkrankungen erheblich sein. Fehlende Mobilität (die Patienten trauen sich kaum noch aus dem Haus), Depressionen und soziale Isolation führen oft zu einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitsszustandes. Seit mehr als zehn Jahren trägt die Interstim®-Therapie dazu bei, Patienten die verloren geglaubte Lebensqualität wiederzugeben.

Ein Magenschrittmacher (Enterra® von Medtronic) wird bei Menschen mit Magenlähmung (Gastroparese) eingesetzt. Das Gerät ist ungefähr so klein wie eine Taschenuhr und kann die Symptome der Magenlähmung (chronische Übelkeit, Erbrechen) lindern. 

1. Von Medtronic erhobene Daten.

 

Letzte Aktualisierung: 18 May 2011

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