Stents für das Herz
Ein Stent (deutsch: Gefäßstütze) ist ein medizinisches Implantat, das in Hohlorgane eingebracht wird, um sie offen zu halten. Es handelt sich meist um ein kleines, röhrchenförmiges Gittergerüst aus Metall. Stents werden zum Beispiel bei der Behandlung der Koronaren Herzkrankheit eingesetzt.
Stents für die Behandlung der Koronaren Herzkrankheit
Bei der Koronaren Herzkrankheit verursachen Ablagerungen (Plaque) an den Wänden der Koronararterien (Herzkranzgefäße) eine unzureichende Blutzufuhr (Durchblutungsstörungen) zum Herzmuskel. Diese Durchblutungsstörungen werden Stenose genannt. Wird die Blutzufuhr ganz unterbrochen, kann es zu einem Herzinfarkt kommen. In Europa ist die Koronare Herzkrankheit eine häufige Todesursache bei Männern und Frauen. Bei der Therapie der Koronaren Herzkrankheit kommen Medikamente, Bypass-Operationen oder auch eine Ballon-Angioplastie mit anschließender Implantation eines Stents in Frage. Bei der Ballon-Angioplastie wird die durch Ablagerungen verschlossene oder verengte Arterie mit einem so genannten Ballonkatheter geöffnet. In vielen Fällen verschließt sich die Arterie jedoch nach dem Eingriff erneut. Dies wird Restenose genannt. Stents werden eingesetzt, um dabei zu helfen, eine Restenose zu verhindern. Sie werden über einen Ballonkatheter in die betroffenen Koronararterien implantiert und stützen sie ab. Durch den Stent soll der Blutfluss bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit wieder dauerhaft gewährleistet werden.
Stents bestehen meist aus Edelstahl, moderne Varianten wie der Stent Integrity™ von Medtronic auch aus besonderen Kobalt-Chrom-Legierungen. Stents sind in verschiedenen Größen erhältlich, je nach Durchmesser der betroffenen Arterie.
Medikamentenfreisetzende Stents (Drug Eluting Stents - DES)
Neben so genannten unbeschichteten Metallstents (Integrity™ von Medtronic) werden heute häufig medikamentenfreisetzende Stents eingesetzt (Endeavor® Sprint oder Resolute™ von Medtronic). Medikamentenfreisetzende Stents, auch Drug Eluting Stents oder DES genannt, wurden entwickelt, um das Risiko von sogenannten In-Stent-Restenosen zu verringern. Bei einer In-Stent-Restenose verschließt sich der Stent und kann seinen Zweck nicht mehr erfüllen. Medikamentenfreisetzende Stents sind mit einer geringen Menge eines besonderen Medikamentes beschichtet. Dieses Medikament wird nach und nach abgegeben. So soll die Bildung von Narbengewebe gehemmt, einem Verschluss des Stents vorgebeugt und das Risiko einer In-Stent-Restenose bei bestimmten Risikogruppen verringert werden.
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