Die Tiefe Hirnstimulation

Die Tiefe Hirnstimulation mit der Medtronic DBS Therapie (DBS = Deep Brain Stimulation) wird bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit, bei essentiellem Tremor, Dystonien, Epilepsie und Zwangserkrankungen eingesetzt. Die Tiefe Hirnstimulation ist eine reversible Therapie und individuell anpassbar. Sie basiert auf einem implantierten Gerät (Neurostimulator), der elektrische Impulse an bestimmte Zielgebiete im Gehirn abgibt. Durch diese elektrischen Impulse können die "Schaltkreise" des Gehirns beeinflusst werden, die Bewegungsstörungen oder epileptische Anfälle verursachen. Dadurch können Symptome der Krankheit reduziert werden.

Tiefe Hirnstimulation bei Parkinson-Krankheit

Allein in Europa sind mehr 1,2 Million Menschen von der Parkinson-Krankheit betroffen.1 Diese Art der Bewegungsstörung kann nicht geheilt werden. Die Tiefe Hirnstimulation kann jedoch die Symptome der Parkinson-Krankheit lindern2. Dadurch wird die Lebensqualität der betroffenen Patienten stark verbessert. In drei unabhängigen klinischen Studien wurde gezeigt, dass im Vergleich zur optimalen medikamentösen Therapie die Tiefe Hirnstimulation eine bessere Kontrolle von Fluktuationen und Dyskinesien ermöglicht (Evidenzklasse 1)3,4,5.
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Tiefe Hirnstimulation bei essentiellem Tremor

Ein essentieller Tremor wird oft fälschlicherweise als Parkinson-Krankheit diagnostiziert. Etwas bei einem Fünftel der über 65-Jährigen kann diese Erkrankung auftreten.6 Mit der Tiefen Hirnstimulation können die Symptome eines essentiellen Tremors gelindert werden.
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Tiefe Hirnstimulation bei Dystonie

Dystonie ist eine Bewegungsstörung, von der allein in Europa mehr als 500.000 Menschen betroffen sind.7 Die meist erblich bedingte Erkrankung kann sich in starken willkürlichen Verkrampfungen äußern. Auch bei Dystonie kann die Tiefe Hirnstimulation Linderung schaffen.
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Tiefe Hirnstimulation bei Epilepsie

Epilepsie ist eine Erkrankung, von der allein in Europa mehr als 3,4 Millionen Menschen betroffen sind8. Die Erkrankung tritt oft im Kindesalter oder nach dem 50. Lebensjahr auf. Epilepsie ist gekennzeichnet durch wiederholt auftretende epileptische Anfälle. In einer klinischen Studie konnte gezeigt werden, dass die Tiefe Hirnstimulation auch bei Epilepsie zu deutlich mehr Lebensqualität verhelfen kann.9
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Tiefe Hirnstimulation bei Zwangserkrankung

Eine Zwangserkrankung ist eine psychiatrische Störung, die sich durch unerwünschte Gedanken (Obsessionen) und zwanghafte Handlungen (Zwänge) bemerkbar macht.10,11 Lässt sich eine schwere, chronische Zwangserkrankung mit herkömmlichen Methoden nicht behandeln, kann möglichweise die Tiefe Hirnstimulation mit der Reclaim DBS-Therapie helfen. In Westeuropa könnten jedes Jahr mehr als 1000 solcher Patienten von der Reclaim DBS-Therapie profitieren.12
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Quellenangaben

  1. Grundlegende Informationen zur Parkinson-Krankheit (in englischer Sprache): www.apdaparkinson.org (aufgerufen am 23.2.2009).
  2. Überblick über die klinische Erprobung der Activa-Therapie (2003).
  3. Deuschl G et al; NEJM 2006; 355 (9): 896-908.
  4. Weaver FM, et al; JAMA 2009; 301 (1): 63-73.
  5. Williams A et al; Lancet Neurol 2010; 9: 558-9.
  6. What is Essential Tremor? Artikel (in englischer Sprache) auf der Website www.essentialtremor.org (aufgerufen am 23.2.2009).
  7. What is Dystonia? Artikel (in englischer Sprache) auf der Website www.dystonia-europe.org (aufgerufen am 23.2.2009).
  8. Forsgren L, Beghi E, Oun A et al. The epidemology of epilepsy in Europe - a systematic review. Eur J Neurol 2005; 12: 245-53.
  9. Fisher R, et al; Epilepsia 2010; 51 (5): 899-90.
  10. A. Deister (2001): Zwangsstörungen. In: H.-J. Möller, G. Laux, A. Deister: Psychiatrie und Psychotherapie. 2. vollst. überarb. und erw. Auflage. Thieme-Verlag, S. 125-133.
  11. H.-P. Kapfhammer (2000): Zwangsstörung. In: H.-J. Möller, G. Laux, H.-P. Kapfhammer: Psychiatrie und Psychotherapie. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, S.1228-1246.
  12. Greenberg BD et al: Three-year outcomes in deep brain stimulation for highly resistant obsessive-compulsive disorder. Neuropsychopharmacology. 2006; 32: 2384-2393.
Letzte Aktualisierung: 09-05-2012

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