Implantierbarer Defibrillator (ICD - Implantierbarer Cardioverter Defibrillator)

Ein implantierbarer Defibrillator, auch ICD (von implantierbarer Cardioverter Defibrillator) oder umgangssprachlich kurz Defi genannt, behandelt schnelle Herzrhythmusstörungen, die sogenannte Tachykardie. Ein implantierbarer Defibrillator überwacht Ihr Herz Schlag für Schlag, um im Notfall effektiv vor dem Plötzlichen Herztod zu schützen, der die Folge einer Tachykardie sein kann.

Ein implantierbarer Defibrillator wird zur Therapie von schnellen Herzrhythmusstörungen (Tachykardie) und zum Schutz gegen den Plötzlichen Herztod eingesetzt. Bei einer Tachykardie schlägt Ihr Herz zu schnell. Dies kann zu Schwindel, Benommenheit oder Flattern im Brustkorb führen. Ein implantierbarer Defibrillator überwacht ständig Ihr Herz und kann bei einem gefährlich schnellen Herzrhythmus lebensrettende Therapien abgeben. Ein Plötzlicher Herztod ist die Folge eines unkontrollierten und viel zu schnellen Herzschlags: Das Herz pumpt nicht mehr genügend Blut in den Körper und in das Gehirn. Ohne Therapie tritt innerhalb von Minuten der Tod ein. Ein implantierbarer Defibrillator ist die zuverlässigste Möglichkeit, um dauerhaft vor dem Plötzlichen Herztod und gefährlich schnellen Herzrhythmusstörungen zu schützen1,2.

Ein implantierbarer Defibrillator beobachtet Herzrhythmusstörungen nicht nur, sondern greift aktiv ins Geschehen ein. Dabei versucht der Defibrillator zunächst, Arrhythmien sanft zu beenden, nämlich durch kleine gezielte Herzschrittmacherimpulse an das Herz. In den meisten Fällen hat der Defibrillator damit Erfolg3,4. Die meisten Menschen, die einen implantierbaren Defibrillator tragen, nehmen die schmerzfreien Impulse gar nicht wahr3,4. Nur wenn die sanfte Stimulation die Herzrhythmusstörung nicht beenden kann, gibt ein implantierbarer Defibrillator einen starken Stromstoß ab: den Schock, auch Defibrillation genannt. Der Schock verhindert einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Das Herz schlägt wieder im Takt. Auch bei einem langsamen Herzschlag (Bradykardie) wird der Defibrillator aktiv: Er kann wie ein Herzschrittmacher arbeiten und verhindern, dass die Herzfrequenz zu langsam wird.

Ein implantierbarer Defibrillator wird üblicherweise im Bereich des Brustmuskels implantiert. Der Eingriff wird unter Vollnarkose oder auch unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Weiter: Implantierbarer Defibrillator Evera S MRI (MRT-fähig)

Informationen zu Sprint Fidelis Elektroden

Informationen (auf Englisch) zu Sprint Fidelis Elektroden, die Medtronic 2007 vom Markt genommen hat, finden Sie hier. Für weitere Informationen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an Ihren Kardiologen. Wir versorgen sämtliche Kardiologen regelmäßig mit Informationen zu unseren Elektroden und damit auch zu Sprint Fidelis.

Internationale Nachsorgezentren

Internationale Nachsorgezentren für Medtronic Defibrillatoren finden Sie unter www.medtronic.com/traveling.

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Quellenangaben

  1. Siebels J, Kuck KH. Implantable cardioverter defibrillator compared with antiarrhythmic drug treatment in cardiac arrest survivors (the Cardiac Arrest Study Hamburg). Am Heart J 1994; 127: 1139-1144.
  2. The Antiarrhythmic Versus Implantable Defibrillators (AVID) Investigators. Am comparison of antiarrhythmic drug therapy with implantable defibrillators in patients resuscitated from near-fatal ventricular arrhythmias. N Engl J Med 1997; 337 (22): 1575-1583.
  3. Wathen MS et al.: Shock reduction using antitachycardia pacing for spontaneous rapid ventricular tachycardia in patients with coronary artery disease (PainFree Rx). Circulation, 2001; 104 (7): 796-801.
  4. Wathen MS et al.: Prospective randomized multicenter trial of empirical antitachycardia pacing versus shocks for spontaneous rapid ventricular tachycardia in patients with implantable cardioverter-defibrillators: Pacing Fast Ventricular Tachycardia Reduces Shock Therapies (PainFree Rx II) trial results. Circulation, 2004; 110 (17): 2591-6.
Letzte Aktualisierung: 27-05-2014

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