Tiefe Hirnstimulation
 
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Tiefe Hirnstimulation

Seit 1995 wurden mehr als 100.000 Patienten weltweit1 mit der Tiefen Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation - DBS) behandelt.

Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation, DBS)

Die Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation, DBS) von Medtronic bewirkt eine effektive und sichere Linderung beeinträchtigender Symptome von Bewegungsstörungen wie dem Idiopathischen Parkinson-Syndrom, Dystonie und dem Essentiellen Tremor.2 Die Tiefe Hirnstimulation von Medtronic ermöglicht Menschen, die unter diesen Bewegungsstörungen und den damit einhergehenden Symptomen leiden, eine bessere Kontrolle über ihre Bewegungen, und verleiht ihnen dadurch größere Freiheit bei Arbeit und Freizeit. Die Tiefe Hirnstimulation von Medtronic besitzt in Europa außerdem eine Zulassung für die Behandlung von Zwangsstörungen (Obsessive Compulsive Disorder, OCD) und medikamentenrefraktärer Epilepsie fokalen Ursprungs.

Die DBS-Therapie verwendet ein operativ implantiertes medizinisches Gerät (ähnlich einem Herzschrittmacher), das kontrolliert elektrische Impulse an präzise festgelegte Bereiche im Gehirn abgibt. Ihre Funktion beruht auf der elektrischen Stimulation spezifischer Strukturen, die die Bewegung und die Funktion von Muskeln steuern. Im Fall des Idiopathischen Parkinson-Syndroms handelt es sich bei diesen Strukturen um den Nucleus subthalamicus (STN) bzw. den Globus pallidus internus (GPi). Für die Behandlung des Essentiellen Tremors (ET) erfolgt die Stimulation im Nucleus ventralis intermedius thalami (Vim), bei einer Dystonie erfolgt sie im GPi oder im STN. Wird die Tiefe Hirnstimulation zur Behandlung der Zwangsstörung eingesetzt, erfolgt die Abgabe der Stimulationsimpulse im vorderen Schenkel (Crus anterius) der Capsula interna, genauer im Übergang von ventraler Kapsel und ventralem Striatum (VC/VS). Die Reduktion der beeinträchtigenden Symptome von Epilepsie Patienten wird durch Stimulation des anterioren Nukleus des Thalamus (ANT) erreicht.

In der Regel werden zwei Elektroden (bilaterale Stimulation) stereotaktisch in das Gehirn des betroffenen Patienten implantiert. In einigen Fällen (z.B. beim Essentiellen Tremor) wird jedoch nur eine Elektrode (unilaterale Stimulation) verwendet. Die Stimulations Elektroden werden über eine unter der Haut befindlichen dehnbaren Verlängerung an einen in der Nähe des Schlüsselbeins implantierten Neurostimulator angeschlossen. Der Neurostimulator enthält eine kleine Batterie sowie einen auf die Abgabe von elektrischen Impulsen zur Linderung der Symptome programmierten Computerchip. Der Arzt kann die Stimulation nichtinvasiv programmieren und anpassen, um die Symptomlinderung zu maximieren und etwaige Nebenwirkungen zu minimieren.

 

Indikationen (Zulassung in Europa)

Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS):

Die bilaterale Stimulation im Nucleus subthalamicus (STN) oder im Globus pallidus internus (GPi) unter Verwendung der Medtronic DBS-Therapie (Deep Brain Stimulation, Tiefe Hirnstimulation) ist für das fortgeschrittene Levodopa responsive Idiopathische Parkinson-Syndrom als Begleitbehandlung zur Linderung bestimmter Symptome, die durch medikamentöse Behandlung nicht adäquat gelindert werden können, indiziert.

Tremor:

Die uni- oder bilaterale Stimulation im Nucleus ventralis intermedius thalami (Vim) unter Verwendung der Medtronic DBS-Therapie (Deep Brain Stimulation, Tiefe Hirnstimulation) ist für die Unterdrückung des Tremors in den oberen Extremitäten indiziert. Das System ist für die Anwendung bei Patienten mit Essentiellem Tremor oder IPS-assoziiertem Tremor vorgesehen, welche medikamentös nicht adäquat gelindert werden und eine signifikante Behinderung darstellen.

Dystonie:

Die uni- oder bilaterale Stimulation im Globus pallidus internus (GPi) oder im Nucleus subthalamicus (STN) unter Verwendung der Medtronic DBS-Therapie (Deep Brain Stimulation, Tiefe Hirnstimulation) für Dystonie ist zur Behandlung von chronischen, arzneimittelrefraktären primären Dystonien (generalisierte und segmentale Dystonien, Hemidystonien und zervikale Dystonien/Torticollis) bei Patienten ab sieben Jahren indiziert.

Zwangsstörung (OCD):

Die bilaterale Stimulation im vorderen Schenkel der inneren Kapsel (AIC) ist indiziert als Zusatztherapie zur medikamentösen Behandlung und als Alternative zur anterioren Kapsulotomie bei der Behandlung der chronischen schweren, therapieresistenten Zwangsstörung bei Erwachsenen, bei denen die Behandlung mit mindestens drei selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmern (SSRIs) fehlgeschlagen ist.

Epilepsie:

Bilaterale Stimulation des Nucleus anterior thalami (ANT) mittels eines Medtronic DBS-Systems für Epilepsie ist indiziert als adjunktive Therapie zur Verringerung der Anfallshäufigkeit bei Erwachsenen mit der Diagnose Epilepsie, die durch fokal beginnende Anfälle (mit oder ohne sekundäre Generalisierung), die refraktär gegenüber Antiepileptika sind, gekennzeichnet ist.

 

Warnhinweise / Kontraindikationen für Medtronic DBS-Therapie*

  • Postoperatives MRT ist mit spezifischen Sequenzen möglich (Bitte konsultieren Sie auch die entsprechenden Medtronic MRT-Richtlinien)
  • Patienten, die einer Diathermie ausgesetzt werden
  • Patienten, die unfähig oder unwillig sind, das Intercept Patienten-Programmiergerät ordnungsgemäß zu bedienen
  • Transkranielle Magnetstimulation (TMS)

 * Für weitere Informationen zu den Risiken, Warnhinweisen, Vorsichtsmaßnahmen, Nebenwirkungen und Sicherheitsbestimmungen, konsultieren Sie bitte die entsprechenden Produktinformationen. Weitere Informationen finden Sie auch in den Bereichen Indikationen und Warnhinweise und MRT Leitlinien.



Quellenangaben

  1. Von Medtronic, Inc. erhobene Daten.

 

Funktionsweise

So behandelt die Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation, DBS) Symptome des Idiopathischen Parkinson-Syndroms, des Essentiellen Tremors, der Dystonie, der Zwangsstörung oder der Epilepsie.

Bei der Tiefen Hirnstimulation werden mit einem Neurostimulator – ähnlich einem Herzschrittmacher – elektrische Impulse im Gehirn abgegeben, welche die fehlerhaften Signale des Gehirns blockieren bzw. reduzieren, durch die die Parkinson-Symptome (Zittern, verlangsamte oder abwesende Bewegung) hervorgerufen werden. Die erzeugten Impulse können extern mit Hilfe eines Programmiergeräts individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Die Tiefe Hirnstimulation nutzt dünne implantierbare Elektrode mit mehreren Polen, um die elektrischen Impulsen an bestimmte spezifische Strukturen des Gehirns abzugeben.

Schon seit den 1960er Jahren setzen Neurologen und Neurochirurgen die elektrische Stimulation für die Lokalisierung und Abgrenzung bestimmter Hirnbereiche ein. Dabei entdeckten sie, dass die Stimulation gewisser Strukturen im Gehirn die Symptome einiger neurologischer Erkrankungen (z. B. Essentieller Tremor oder Idiopathisches Parkinson-Syndrom) unterdrücken kann.

Im Fall des Idiopathischen Parkinson-Syndroms handelt es sich bei den Zielbereichen um den Nucleus subthalamicus (STN) bzw. den Globus pallidus internus (GPi), beim Essentiellen Tremors (ET) ist es der Nucleus ventralis intermedius thalami (Vim), und bei einer Dystonie der STN oder der GPi. Bei einer Zwangsstörung ist der Zielbereich der vordere Schenkel (Crus anterius) der Capsula interna, genauer der Übergang von ventraler Kapsel und Striatum ventrale (VC/VS). Zur Behandlung der Epilepsie wird der anteriore Nukleus des Thalamus (ANT) stimuliert.

Letzte Aktualisierung: 05-04-2013

Wichtige Erkenntnisse zur Tiefen Hirnstimulation bei Parkinson

Die EarlyStim-Studie zeigt, dass STN-DBS die Lebensqualität in einem früheren Stadium der Erkrankung verbessern kann. Zur Studie steht jetzt ein MedLearning-Training zur Verfügung, für das auch CME-Punkte vergeben werden.

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