Therapie einer Zwangserkrankung

Bei der Therapie einer Zwangserkrankung gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie, Arzneimittel oder Operationen. Bei Patienten mit schweren, chronischen Zwangserkrankungen, die auf konventionelle Therapien nicht ansprechen, kann die Reclaim™ DBS-Therapie von Medtronic eingesetzt werden, eine Form der Tiefen Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation = DBS).

Kognitive Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie einer Zwangserkrankung besteht aus verschiedenen Einzelmaßnahmen. Dazu gehört zum Beispiel, dass sich der Patient einer angstauslösenden Situation stellt und dabei seine gewohnte Reaktion unterdrückt wird. Die Patienten lernen außerdem bestimmte Techniken, mit denen sie angstauslösenden Gedanken entgegenwirken können.

Behandlung mit Medikamenten

Sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs: Selective Serotonin Reuptake Inhibitors) können bei der Behandlung einer Zwangserkrankung helfen: Sie tragen dazu bei, Ängste und obsessive Gedanken zu steuern. Serotonin ist ein Botenstoff im Körper, von dem angenommen wird, dass er sich unter anderem auf die Stimmung auswirkt.

Tiefe Hirnstimulation mit der Reclaim DBS- Therapie

Bei der Tiefen Hirnstimulation werden bestimmte Bereiche im Gehirn mit elektrischen Impulsen stimuliert. Daher stammt auch der Name Tiefe Hirnstimulation (im Englischen DBS = Deep Brain Stimulation). Diese Therapie kann individuell an die Bedürfnisse jedes Patienten angepasst werden und ist vollständig reversibel, kann also rückgängig gemacht werden. Derzeit ist die Reclaim DBS-Therapie von Medtronic die einzige in Europa zugelassene Therapie, die durch Tiefe Hirnstimulation Zwangserkrankungen behandeln kann.
Die Tiefe Hirnstimulation kann bei Patienten mit schweren chronischen Zwangserkrankungen eingesetzt werden, bei denen konventionelle Therapien keinen Erfolg haben. Dabei ist ausschlaggebend, ob nach mindestens drei Versuchen mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern keine Besserung eingetreten ist.
Grundlage für die Tiefe Hirnstimulation ist ein implantierbares Gerät, das einem Herzschrittmacher ähnelt. Dieses Gerät gibt elektrische Impulse an genau festgelegte Bereiche im Gehirn ab. Diese elektrische Stimulation kann dazu beitragen, Symptome der Zwangserkrankung zu lindern. Laut aktuellen klinischen Studien hat sich die DBS-Therapie bei Patienten mit schwerer Zwangserkrankung als hilfreich erwiesen, die auf Arzneimittel und Verhaltenstherapie nicht zufriedenstellend ansprachen.1,2

Neuroablation

In schweren Fällen der Zwangserkrankung kann auch eine Operation vorgenommen werden, zum Beispiel eine sogenannte anteriore Kapsulotomie. Dabei werden bestimmte Bereiche des Gehirns zerstört.

Quellenangaben

  1. Greenberg, B D et al., 2010. Deep brain stimulation of the ventral internal capsule/ventral striatum for obsessive-compulsive disorder: worldwide experience. Molecular psychiatry, 15(1), pp.64-79.
  2. Greenberg, Benjamin D et al., 2006. Three-year outcomes in deep brain stimulation for highly resistant obsessive-compulsive disorder. Neuropsychopharmacology : official publication of the American College of Neuropsychopharmacology, 31(11), pp.2384-93

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 15-08-2011

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