Tiefe Hirnstimulation bei Zwangserkrankung: Nutzen und Risiken

Die Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation = DBS) mit der Reclaim™ DBS-Therapie von Medtronic ist für Erwachsene zugelassen, die an schweren, chronischen Zwangserkrankungen leiden und bei denen konventionelle Therapien nicht zum Erfolg führen. Die Reclaim DBS-Therapie wird als Ergänzung zu einer medikamentösen Therapie eingesetzt. Sie kann außerdem eine Alternative zu einer anterioren Kapsulotomie sein, wenn mindestens drei Behandlungsversuche mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern nicht erfolgreich waren. Serotonin ist ein Botenstoff des Körpers, von dem man annimmt, dass er sich auf die Stimmung auswirkt.

Nutzen der Tiefen Hirnstimulation

Die Tiefe Hirnstimulation mit der Reclaim DBS-Therapie kann Zwangserkrankungen nicht heilen, jedoch Symptome signifikant lindern.1,2 Wird die Stimulation ausgeschaltet, können die Symptome zurückkehren.

Die Vorteile der Reclaim DBS-Therapie:

  • Nicht destruktiv – Anders als bei einer Neuroablation werden bei der Tiefen Hirnstimulation keine Nervenzellen oder gesundes Gewebe zerstört.
  • Reversibel – Die Tiefe Hirnstimulation ist eine reversible Behandlungsform. Das bedeutet, dass sie abgesetzt und das System entfernt werden kann, wenn die Therapie nicht den gewünschten Erfolg erzielt.
  • Einstellbar – Mit einem speziellen Computer kann Ihr Arzt per Funk die Einstellungen für die Stimulation anpassen. Es kann einige Monate dauern, bis die für Sie optimalen Stimulationsparameter bestimmt sind.

Risiken der Tiefen Hirnstimulation

Die Implantation und Anwendung des Systems für die Reclaim DBS-Therapie ist mit gewissen Risiken verbunden. Diese können sich aus dem operativen Eingriff am Gehirn, Nebenwirkungen oder gerätebedingten Komplikationen ergeben. Die Implantation des Neurostimulators ist mit ähnlichen Risiken verbunden wie andere Operationen am Gehirn auch.

Mögliche Risiken der Tiefen Hirnstimulation können sein

  • Schmerzen, Entzündung oder Schwellung an der Operationsstelle
  • Infektion
  • Kopfschmerzen
  • Verwirrung oder Aufmerksamkeitsstörungen
  • Vorübergehend neurologische Komplikationen
  • Austritt von Gehirnflüssigkeit während der Operation
  • Krampfanfälle

Weitere Informationen finden Sie im Handbuch für den Patienten.

Ihr Arzt wird Sie vor der Implantation genau über Risiken und Nebenwirkungen der Tiefen Hirnstimulation informieren. Viele Nebenwirkungen, die sich aus der Stimulation ergeben, können durch Anpassung der Stimulationsparameter behoben werden. In der Regel sind mehrere Nachsorgetermine erforderlich, bis die Stimulationsparameter optimal eingestellt sind.

Quellenangaben

  1. Greenberg, B D et al., 2010. Deep brain stimulation of the ventral internal capsule/ventral striatum for obsessive-compulsive disorder: worldwide experience. Molecular psychiatry, 15(1), pp.64-79.
  2. Greenberg, Benjamin D et al., 2006. Three-year outcomes in deep brain stimulation for highly resistant obsessive-compulsive disorder. Neuropsychopharmacology : official publication of the American College of Neuropsychopharmacology, 31(11), pp.2384-93

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 15-08-2011

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