Nicht alle Patienten mit Zwangserkrankungen sprechen zufriedenstellend auf Medikamente oder eine kognitive Verhaltenstherapie an. Mit der Einführung der Reclaim™ DBS-Therapie von Medtronic kann diesen Patienten möglicherweise die Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation = DBS) helfen. Die Tiefe Hirnstimulation wird bereits seit mehreren Jahren für die Therapie von Bewegungsstörungen (Parkinson-Erkrankung, Dystonie, essentieller Tremor) eingesetzt.
Ziel der Tiefen Hirnstimulation ist es, einen bestimmten Bereich des Gehirns zu stimulieren. So können die "Schaltkreise" des Gehirns, die für die Zwangserkrankung mit verantwortlich sind, besser kontrolliert werden. Dadurch kann die Reclaim DBS-Therapie von Medtronic die Symptome einer schweren, chronischen Zwangserkrankung lindern, bei der konventionelle Therapien nicht zum Erfolg führen. Eine Studie hat gezeigt, dass die Tiefe Hirnstimulation Symptome klinisch signifikant reduziert.1,2
Im Unterschied zu anderen operativen Behandlungsformen ist die Tiefe Hirnstimulation reversibel - das heißt, sie kann wieder rückgängig gemacht werden. Die Therapie lässt sich außerdem den Bedürfnissen des Patienten individuell anpassen.
Die Tiefe Hirnstimulation basiert auf einem implantierten Gerät, das einem Herzschrittmacher ähnelt. Dieses Gerät gibt elektrische Impulse an einen bestimmten Bereich des Gehirns ab, und zwar an die Grenzzone zwischen der sogenannten ventralen Kapsel und dem ventralen Striatum. So können die "Schaltkreise" besser kontrolliert werden, die die Zwangsstörung mit verursachen. Mit einem speziellen Programmiergerät kann der Arzt die Stimulation von außen, also ohne erneuten Eingriff, den Bedürfnissen des Patienten anpassen.
Das System für die Tiefe Hirnstimulation bei Zwangserkrankung besteht aus drei implantierten Teilen:
Der auch als „Hirnschrittmacher“ bezeichnete Neurostimulator erzeugt die elektrischen Impulse. Diese werden über die Verlängerung und die Elektrode an einen genau festgelegten Bereich im Gehirn abgegeben. Mit einem Arzt-Programmiergerät kann der Arzt die Einstellungen des Neurostimulators von außen überprüfen und anpassen. Auch der Patient erhält nach dem Eingriff ein kleines Programmiergerät. Damit kann er den Neurostimulator bei Bedarf aus- und wieder einschalten.
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