Zwangserkrankung

Eine Zwangserkrankung ist eine psychiatrische Störung. Charakteristisch für Zwangserkrankungen sind wiederkehrende unerwünschte Gedanken (Obsessionen) und zwanghafte Handlungen (Zwänge).1,2 Etwa 1 bis 2% der Weltbevölkerung sind von dieser Krankheit betroffen.3 Eine Therapiemöglichkeit ist die Reclaim™ DBS Therapie von Medtronic, die die Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation = DBS) nutzt : In Westeuropa könnten jedes Jahr mehr als 1000 Menschen von dieser Therapie profitieren4: Patienten, deren schwere, chronische Zwangserkrankung mit herkömmlichen Methoden nicht therapiert werden kann.

Zwangserkrankungen treten bei Männern und Frauen etwa gleich häufig auf. Dabei findet man Waschzwänge häufiger bei Frauen, Kontrollzwänge bei Männern. Der Beginn der Störung liegt meist im frühen Erwachsenenalter. Waschzwänge entwickeln sich abrupt, Kontrollzwänge dagegen schleichend.

Symptome einer Zwangserkrankung

Verbunden mit einer Zwangserkrankung sind obsessive Gedanken wie Angst vor Ansteckung und Infektion, Schmutz, Schicksalsschlägen oder Unfällen. Oft kreisen die Gedanken auch um Aggressionen, Ordnung und Symmetrie. Dazu können zwanghafte Handlungen kommen: Waschzwang, Putzzwang, Kontrollzwang, Symmetriezwang und Ordnungszwang. Diese Handlungen sind irrational, oft mit schwerwiegenden Ängsten verbunden und nur sehr schwer zu überwinden. Die Symptome können alle Aspekte des Alltags beeinflussen, von der Partnerschaft bis zum Beruf. Auch Lernen und Fortbildung sind oft kaum mehr möglich. So werden Zwangserkrankungen für den Patienten zur Qual. Eine Zwangserkrankung ist in den meisten Fällen chronisch und muss lebenslang behandelt werden.

Wie wird eine Zwangserkrankung diagnostiziert?

Die Diagnose Zwangserkrankung kann nur durch einen entsprechend ausgebildeten Arzt gestellt werden. Wie stark die Zwangserkrankung ausgeprägt ist, bestimmt der Arzt normalerweise über eine numerische Skala. Dabei spielen die Auswirkungen der Obsessionen und Zwangshandlungen auf den Alltag eine Rolle. Wichtig ist außerdem die Frage, wie häufig die Symptome vorkommen und wie lange sie anhalten.

Quellenangaben

  1. A. Deister (2001): Zwangsstörungen. In: H.-J. Möller, G. Laux, A. Deister: Psychiatrie und Psychotherapie. 2. vollst. überarb. und erw. Auflage. Thieme-Verlag, S. 125-133
  2. H.-P. Kapfhammer (2000): Zwangsstörung. In: H.-J. Möller, G. Laux, H.-P. Kapfhammer: Psychiatrie und Psychotherapie. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, S.1228-1246
  3. Rasmussen SA, Eisen JL: The epidemiology and differential diagnosis of obsessive compulsive disorder. J Clin Psychiatry 1992 Apr; 53 Suppl: 4-10
  4. Greenberg BD et al: Three-year outcomes in deep brain stimulation for highly resistant obsessive-compulsive disorder. Neuropsychopharmacology. 2006; 32: 2384-2393

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 15-08-2011

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