Herzrhythmusstörungen Vorhof: Diagnose und Therapie

Werden Herzrhythmusstörungen nicht erkannt und behandelt, kann dies unter Umständen schwerwiegende Folgen haben. Eine effiziente Behandlung setzt eine genaue Diagnose voraus. So kann das Risiko gesenkt werden, später an Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Wie kann der Arzt eine Herzrhythmusstörung im Vorhof festsellen?

Sobald Sie typische Symptome wie Herzrasen, ungewöhnliche Müdigkeit oder Atemnot bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er führt eine genaue Diagnose durch und wählt anschließend die passende Behandlung. Mit folgenden Untersuchungen sind Herzrhythmusstörungen (Vorhof) feststellbar:

  • EKG (Elektrokardiogramm)
  • Langzeit-EKG über 24 Stunden - auch Holter-EKG genannt
  • Event-Monitor (Event-Rekorder): Dieses kleine Langzeit-EKG kann beispielsweise als Armband für maximal einen Monat getragen werden. Bei einem veränderten Herzrhythmus verständigen Sie eine Überwachungsstelle (zum Beispiel Klinik oder Praxis), die nach dem Anruf mit der Aufzeichnung Ihres Herzrhythmus beginnt. Ist kein Telefon verfügbar, starten Sie die Aufzeichnung selber und übermitteln anschließend die Daten.
  • elektrophysiologische Untersuchung
  • implantierbarer Herzmonitor

Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

Bei einer EPU führt der Arzt Katheter (lange, dünne Kunststoffschläuche) durch eine Bein-, Arm- oder Halsvene unter Röntgenkontrolle bis zum Herzen. So können elektrische Impulse des Herzens aufgezeichnet und ausgewertet werden. Der Arzt löst bei der EPU von außen (durch elektrische Impulse an das Herz oder auch durch Medikamente) eine Arrhythmie aus, um ihren Ursprung festzustellen. Durch die EPU können Art und Ursprungsort der Herzrhythmusstörung genau festgestellt werden.

Diagnose mit dem implantierbaren Herzmonitor

Nur selten treten Herzrhythmusstörungen gerade dann auf, wenn der Patient beim Arzt ist. Der implantierbare Herzmonitor ist ein daumengroßes "mobiles" EKG-Gerät, das in einem einfachen Eingriff in Herznähe unter der Haut eingesetzt wird. Danach überwacht der Herzmonitor Ihren Herzrhythmus rund um die Uhr und zeichnet alle Auffälligkeiten auf, bis zu drei Jahre lang. So können Herzrhythmusstörungen erkannt werden. Auf Basis der gespeicherten Daten kann der Arzt eine genaue Diagnose stellen. Außerdem kann er erkennen, wie sich Rhythmusstörungen entwickeln und ob zum Beispiel eine Ablation erfolgreich war.

Wie werden Herzrhythmusstörungen im Vorhof behandelt?

Verschiedene Therapien können die Herzrhythmusstörungen lindern und langfristig die Lebensqualität der Patienten verbessern. Ihr Arzt berät Sie bei der Enscheidung, welche Therapie für Sie in Frage kommt.

Behandlung mit Medikamenten

Bei Herzrhythmusstörungen im Vorhof werden Medikamente eingesetzt, um:

  • einen normalen Herzrhythmus wiederherzustellen
  • die Herzschläge in der Herzkammer zu kontrollieren
  • das Blut zu verdünnen (Antikoagulation) und so einem Schlaganfall entgegenzuwirken

Behandlung mit elektrischen Impulsen

  • Herzschrittmacher: Moderne Herzschrittmacher erkennen Rhythmusstörungen im Vorhof, während diese entstehen. Das Gerät reagiert sofort und kann den normalen Herzrhythmus wiederherstellen. Außerdem verfügen diese Herzschrittmacher über Funktionen, die verhinderm, dass ein schneller Herzrhythmus im Vorhof auf die Herzkammern übergeleitet wird.
  • Kardioversion: Durch Kardioversion wird bei Vorhofflimmern oder Vorhofflattern der normale Herzrhythmus (Sinusrhythmus) mit Hilfe eines kurzen Elektroschocks wiederhergestellt.
  • Katheterablation: Diese Behandlungsmethode ist bei Vorhofarrhythmien sehr verbreitet. Das Herzmuskelgewebe, das die Rhythmusstörungen auslöst, wird mit Hitze (Hochfrequenzablation) oder Kälte (Kryoablation) verödet. Damit wird die Weiterleitung von elektrischen Impulsen unterbrochen. Auf dieser Seite finden Sie Informationen, welche Kliniken in Deutschland Katheterablationen durchführen.
  • Chirurgische Ablation: Die chirurgische Ablation kommt bei Vorhofflimmern zum Einsatz. Mit einem Ablationsstift oder eine Ablationszange werden Linien über das Herzgewebe der Vorhöfe gezogen. Nachdem die Linien vernarbt sind, ist das Herzgewebe an den enstprechenden Stellen nicht mehr leitfähig. Die chirurgische Ablation kann wie die Katheterablation mit Hitze oder Kälte durchgeführt werden.

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Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 05-08-2013

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