Herzrhythmusstörungen im Vorhof: Die Katheterablation

Die Katheterablation ist eine häufige Therapieform bei Vorhofarrhythmien. Verschiedene Tachykardien können mit der Ablation behandelt werden, wie zum Beispiel AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, AV-Reentry-Tachykardien, Vorhofflattern und Vorhofflimmern. Informationen zu diesen Herzrhythmusstörungen finden Sie unter Erkrankung.

Was ist eine Ablation?

Häufig werden Herzrhythmusstörungen im Vorhof mit Katheterablationen behandelt. Dabei wird das Gewebe, das die unregelmäßigen Herzschläge verursacht, mit einem Katheter gezielt vernarbt (verödet). Das geschieht über Hitze (Hochfrequenzablation) oder Kälte (Kryoablation). Mit der Ablation unterbricht der Arzt die Weiterleitung von unkoordinierten, elektrischen Impulsen im Herzen. Ist die Behandlung erfolgreich, kann sich wieder ein regelmäßiger Herzrhythmus einstellen.

Was ist eine Hochfrequenzablation?

Bei der Hochfrequenzablation wird ein langer, dünner Kunststoffschlauch (Ablationskatheter) bis zu dem Gewebe geführt, das für die Arrhythmie verantwortlich ist. Die Katheterspitze gibt dort Hochfrequenzstrom ab. Die dabei entstandene Hitze hinterlässt eine kleine Narbe im Gewebe, was auch als Veröden bezeichnet wird. Dabei verlieren die entsprechenden Muskelzellen die Fähigkeit, elektrische Impulse weiterzugeben.

Phased RF-Ablation

Ablationskatheter

Katheter für die phased RF-Ablation (Form der Hochfrequenzablation)

Eine Weiterentwicklung der Hochfrequenzablation ist die phased RF Ablation (kurz: pRF-Ablation). Dabei setzt der Arzt einen Katheter mit mehreren, in einer Reihe angeordneten Elektroden ein. Jede Elektrode verfügt über einen eigenen Temperatursensor: Dieser misst, wieviel Energie für die Ablation notwendig ist. Ein spezieller Generator gibt den Hochfrequenzstrom an alle Elektroden gleichzeitig ab.

Speziell für die Ablation von Vorhofflimmern wurde der PVAC-Katheter entwickelt.

Was ist eine Kryoablation?

Bei der Kryoablation wird flüssiges Kühlmittel (Stickoxid, Lachgas) in die hohle Spitze des Kryoablationskatheters geleitet. Dort verdampft es und entzieht dem umliegenden Gewebe Wärme. Durch die Eisbildung wird das betroffene Herzgewebe verödet. Das vernarbte Gewebe leitet danach keine elektrischen Impulse weiter.

Kryokatheter

Katheter für die Kryoablation.

Eine besondere Form ist die Kryoablation mit dem Kryoballon-Katheter, der speziell für die Behandlung von Vorhofflimmern entwickelt wurde.

Die Vorteile der Kryoablation

  • Fast schmerzfrei: Die Kryoablation verursacht keine oder nur wenig Schmerzen.
  • Stabil und rutschfest: Der Kryokatheter haftet durch die Kälte an den entsprechenden Gewebestellen und kann nicht verrutschen. Dies kann das Risiko von unbeabsichtigten Schädigungen mindern.
  • Testen und richtig behandeln: Der Arzt kann vor der Behandlung testen, wo die richtige Ablationsstelle liegt. Das Gewebe wird zunächst nur für kurze Zeit gekühlt und seine elektrische Leitfähigkeit so nur vorübergehend beeinträchtigt. Befindet sich der Katheter nicht an der richtigen Stelle oder treten unerwünschte Nebeneffekte auf, wird die Kälteeinwirkung gestoppt. Damit erwärmt sich das Gewebe wieder auf die übliche Körpertemperatur und funktioniert wieder normal.
  • Verringertes Risiko: Bei der Kryoablation ist das Risiko geringer als bei der Hochfrequenzablation, dass der Arzt den AV-Knoten dauerhaft schädigt.

Welche Form der Ablation die richtige ist, entscheidet der Arzt in jedem individuellen Fall.

Informationen zu Risiken der Katheterablation finden Sie im Kapitel "Der Eingriff".

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 27 May 2011

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