Nutzen und Risiken der ITBSM-Therapie mit einer Baclofen-Pumpe

Die ITB-Therapie beseitigt zwar nicht die Ursache Ihrer Spastik. Sie kann Ihnen jedoch helfen, angespannte, steife Muskeln zu behandeln. Dadurch verringern sich auch die Schmerzen. Ihre Lebensqualität kann verbessert werden.

Nutzen der ITB-Therapie

  • Studien haben gezeigt, dass die ITB-Therapie mit einer Baclofen-Pumpe Spastik und Spasmen (krampfartige Muskelanspannungen) signifikant reduziert.1-9
  • In mindestens sieben Studien wurde gezeigt, dass die Therapie Menschen mit Spastik hilft, unabhängiger zu werden: Alltagstätigkeiten wie essen oder sich anziehen, bequemer sitzen und Transfer werden erleichtert bzw. erst wieder ermöglicht.10-16
  • In einigen Studien wurde über die Zufriedenheit von Personen mit der ITB-Therapie berichtet, die Spastikpatienten betreuen.13-17

Nutzen der ITB-Therapie mit einer Spastikpumpe für Menschen mit einer zentralbedingten Spastik (Zerebralparese, Gehirnverletzung oder Schlaganfall):

  • Eine Studie hat ergeben, dass die ITB-Therapie bei Menschen mit Zerebralparese oder Gehirnverletzung eine langfristige Kontrolle der Spastik bewirken kann.6
  • Mehrere Studien haben ergeben, dass die ITB-Therapie bei Menschen mit Zerebralparese, Gehirnverletzung oder Schlaganfall die Spastik in den oberen und unteren Gliedmaßen reduziert.2,3,18-20
  • Eine Studie über Menschen mit Zerebralparese hat ergeben, dass Hüftprobleme vermieden oder ihr Fortschreiten verlangsamt werden kann, wenn die ITB-Therapie die Muskelanspannung senkt.21
  • Eine andere Studie hat ergeben, dass ein orthopädischer Eingriff hinausgezögert oder sogar vermieden werden kann, wenn die ITB-Therapie rechtzeitig eingesetzt wird.22

Risiken der ITB-Therapie

Halten Sie sich genau an die Anweisungen Ihres Arztes, da eine plötzliche Unterbrechung der ITB-Therapie zu schweren Symptomen (Entzugserscheinungen) wie hohem Fieber, Bewusstseinsveränderungen, Muskelstarre und in sehr seltenen Fällen zu einem Multiorganversagen und zum Tod führen kann. Verständigen Sie sofort Ihren Arzt, wenn sie Symptome eines Entzugs feststellen.

Halten Sie Ihre Termine zum Auffüllen der Pumpe ein, damit das Arzneimittel nicht knapp wird. Lassen Sie sich außerdem von Ihrem Arzt die Anzeichen eines Baclofen-Entzugs erklären.

Nebenwirkungender ITB-Therapie treten meist nur vorübergehend auf und lassen sich meist kontrollieren, indem die Dosis des Arzneimittels angepasst wird.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen der ITB-Therapie zählen:

  • Schlaffe Muskeln
  • Schläfrigkeit
  • Störungen des Magen-Darm-Traktes
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühle

Ein Defekt der Pumpe kann zu einer Über- oder Unterdosierung führen. Zu den Anzeichen und Symptomen einer Überdosierung zählen:

  • Trägheit
  • Benommenheit
  • Atembeschwerden
  • Krampfanfälle
  • Bewusstlosigkeit oder Koma

Zu den Anzeichen und Symptomen einer Unterdosierung zählen:

  • Zunahme oder Rückkehr der Spastik
  • Juckreiz
  • Verringerter Blutdruck
  • Benommenheit
  • Kribbelgefühl

Folgende Komplikationen können im Zusammenhang mit der Baclofen-Pumpe auftreten:

  • Der Katheter oder die Pumpe können verrutschen oder sich durch die Haut drücken.
  • Die Pumpe kann ausfallen, weil die Batterie leer oder ein Bauteil defekt ist.
  • Der Katheter kann undicht werden, einreißen, abknicken oder von der Pumpe abrutschen. Dadurch kommt es zu einer Unterdosierung oder abrupten Unterbrechung der Therapie. Eine abrupte Unterbrechung der Therapie kann folgende Folgen haben:
    • Hohes Fieber
    • Bewusstseinsveränderung
    • Erneute Spastik
    • Muskelstarre
    • Tod (in sehr seltenen Fällen)

Die Pumpe gibt Alarmtöne ab, wenn sie ausgewechselt oder aufgefüllt werden muss oder eine Störung der Pumpe vorliegt.

Informieren Sie vor einem medizinischen oder diagnostischen Verfahren (z.B. Magnetresonanztomographie, Diathermie) immer das medizinische Fachpersonal über ihre Baclofen-Pumpe für die ITB-Therapie.

Quellenangaben

  1. Francisco GC, Boake C. Improvement in walking speed in poststroke spastic hemiplegia after intrathecal baclofen therapy: a preliminary report. Arch Phys Med Rehabil. 2003;84(8):1194-1199.
  2. Meythaler JM, Guin-Refroe S, Brunner RC, Hadley MN. Intrathecal baclofen for spastic hypertonia from stroke. Stroke. 2001;32(9):2099-2109.
  3. Ivanhoe CB, Francisco GE, McGuire JR, Subramanian T, Grissom SP. Intrathecal baclofen management of poststroke spastic hypertonia: implications for function and quality of life. Arch Phys Med Rehabil. 2006;87(11):1509–1515.
  4. Gilmartin R. Intrathecal baclofen for management of spastic cerebral palsy: multicenter trial. J Child Neurol. 2000;15(2):71-77.
  5. Penn RD. Intrathecal baclofen for spasticity of spinal origin: seven years of experience. J Neurosurg. 1992;77(2):236-240.
  6. Albright AL, Gilmartin R, Swift D, Krach LE, Ivanhoe CB, McLaughlin JF. Long-term intrathecal baclofen therapy for severe spasticity of cerebral origin. J Neurosurg. 2003;98(2):291-295.
  7. Coffey RJ, Cahill D, Steers W. Intrathecal baclofen for intractable spasticity of spinal origin: results of a long-term multicenter study. J Neurosurg. 1993;78(6):226-232.
  8. Ordia JI, Fischer E, Adamski E, Chagnon KG, Spatz EL. Continuous intrathecal baclofen infusion by a programmable pump in 131 consecutive patients with severe spasticity of spinal origin. Neuromodulation. 2002;5(1):16-24.
  9. Becker R, Alberti O, Bauer BL. Continuous intrathecal baclofen infusion in severe spasticity after traumatic or hypoxic brain injury. J Neurol. 1997;244(3):160-166.
  10. Nance P, Schryvers O, Schmidt B, Dubo H, Loveridge B, Fewer D. Intrathecal baclofen therapy for adults with spinal spasticity: therapeutic efficacy and effect on hospital admissions. Can J Neurol Sci. 1995; 22(1):22-29.
  11. Krach LE, Kriel RL, Gilmartin RC, et al., GMFM 1 year after continuous intrathecal baclofen infusion. Pediatr Rehabil. 2005; 8(3): 207-213.
  12. Krach LE, Nettleton A, Klempka B. Satisfaction of individuals treated long-term with continuous infusion of intrathecal baclofen by implanted programmable pump. Pediatr Rehabil. 2006; 9(3):210-218.
  13. Gooch JL, Oberg WA, Grams B, et al. Care provider assessment of intrathecal baclofen in children. Dev Med Child Neurol. 2004; 46(8):548-552.
  14. Parke B, Penn RD, Savoy SM, Corcos D. Functional outcome following delivery of intrathecal baclofen. Arch Phys Med Rehabil. 1989;70(1):30-32.
  15. Azouvi P, Mane M, Thiebaut JB, Denys P, Remy-Neris O, Bussel B. Intrathecal baclofen administration for control of severe spinal spasticity: functional improvement and long-term follow-up. Arch Phys Med Rehabil. 1996;77(1):35-39.
  16. Stempien L, Tsai T. Intrathecal baclofen pump use for spasticity: a clinical survey. Am J Phys Med Rehabil. 2000;79(6):536-541.
  17. Campbell WM, Ferrel A, McLaughlin JF, et al. Long-term safety and efficacy of continuous intrathecal baclofen. Dev Med Child Neurol. 2002;44(10):660-665.
  18. Meythaler JM, Guin-Renfroe S, Grabb P, Hadley MN. Long-term continuously infused intrathecal baclofen for spastic-dystonic hypertonia in traumatic brain injury: 1-year experience. Arch Phys Med Rehabil. 1999;80(1):13-19.
  19. Francisco GE, Hu MM, Boake C, Ivanhoe CB. Efficacy of early use of intrathecal baclofen therapy for treating spastic hypertonia due to acquired brain injury. Brain Injury. 2005;19(5):359-364.
  20. Meythaler JM, Guin-Renfroe S, Law C, Grabb P, Hadley MN. Continuously infused intrathecal baclofen over 12 months for spastic hypertonia in adolescents and adults with cerebral palsy. Arch Phys Med Rehabil. 2001;82(2):155-161.
  21. Krach LE, Kriel RL, Gilmartin RC, et al. Hip Status in cerebral palsy after one year of continuous intrathecal baclofen infusion. Pediatric Neurology. 2003;30(3):163-8.
  22. Gerszten PC, Albright AL, Johnstone GF. Intrathecal baclofen infusion and subsequent orthopaedic surgery in patients with spastic cerebral palsy. J Neurosurg. 1998;88(6):1009-1013.

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 18 May 2011

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