Therapiemöglichkeiten bei Neuropathischem Schmerz

Für die Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen gibt es verschiedene Möglichkeiten der Schmerzlinderung. Ärzte probieren häufig zunächst die medikamentöse Behandlung aus. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Physiotherapie oder Psychotherapie, eine Operation, Nervenblockaden oder medizinische Implantate wie z.B. die Neurostimulatoren und Medikamentenpumpen von Medtronic.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die richtige Schmerzbehandlung für Ihre schmerzhafte Neuropathie. Eventuell sind nicht alle Behandlungen für Ihre Art der Schmerzen geeignet.

Medikamente

Ärzte probieren häufig zunächst die medikamentöse Behandlung aus. Da jeder anders auf Medikamente anspricht, muss Ihr Arzt eventuell mehrere Dosierungen und Arzneimittel ausprobieren. Die Arzneimittelpalette reicht von frei verkäuflichen Schmerzmitteln wie Aspirin über Acetaminophen, entzündungshemmenden Steroiden bis zu stärkeren Schmerzmitteln.

Physiotherapie

Bei der Physiotherapie sollen Muskeln aufgebaut oder trainiert werden, damit Sie sich besser und mit weniger Schmerzen bewegen können. Ihr Arzt kann Ihnen passive Physiotherapie (z.B. Massagen und Hitze- bzw. Kälteanwendungen) oder aktive Behandlungen (z.B. körperliche Betätigung) verordnen.

Psychotherapie

Chronische Schmerzen können Stress hervorrufen, der Sie, Ihre Mitmenschen und Ihren Körper beeinflusst. Psychologen können mit Ihnen Entspannungstechniken, Techniken zur Schmerzbewältigung und Fähigkeiten zur Selbstkontrolle einüben.

Operationen zur Ursachenbehebung

Ihr Arzt veranlasst u.U. weitere Untersuchungen (z.B. Magnetresonanztherapie- oder Computertomographie-Untersuchungen), um die Schmerzursache herauszufinden. Wenn die Untersuchungen ergeben, dass eine Operation sinnvoll ist, wird Ihr Arzt Ihnen diese Behandlung eventuell empfehlen.

Therapeutische Nervenblockaden

Bei der therapeutischen Nervenblockade wird ein örtliches Betäubungsmittel und/oder ein Steroid an die Schmerzstelle injiziert. Durch Nervenblockaden wird meistens nur eine zeitweilige Schmerzlinderung erreicht. Wenn Ihre Schmerzen nach mehreren Injektionen nicht nachlassen, wird Ihr Arzt eine andere Behandlung vorschlagen.

Medizinische Implantate

Medizinische Geräte wie z.B. die Neurostimulatoren und Medikamentenpumpen (Intrathekale Arzneimittelinfusionssysteme) von Medtronic werden operativ eingesetzt und verändern Schmerzsignale, bevor sie das Gehirn erreichen.

Medizinische Implantate zur Behandlung von Schmerzen:

  • Neurostimulatoren senden schwache elektrische Impulse an den Periduralraum in der Nähe des Rückenmarks, welche die Schmerzsignale an das Gehirn überlagern und durch ein Kribbelgefühl ersetzen.
  • Medikamentenpumpen geben Schmerzmittel direkt in den das Rückenmark umgebenden flüssigkeitsgefüllten Raum ab (so genannter Liquorraum). Dabei wird nur ein Bruchteil der oral z.B. als Tablette eingenommenen Medikamentenmenge benötigt.

Im Gegensatz zu einigen Operationen sind diese Behandlungen reversibel, d.h. sie können jederzeit rückgängig gemacht werden. Ihr Arzt kann das Gerät abschalten und entfernen. Außerdem können Sie diese Behandlungen testen, bevor Sie ein dauerhaftes Implantat erhalten.

Neuroablation

Bei der Neuroablation zerstören Ärzte die Nerven (in der Regel durch Hitze), welche Schmerzimpulse an das Gehirn weiterleiten. Die Neuroablation ist häufig die letzte Möglichkeit, wenn andere Behandlungen nicht helfen.

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 18-05-2011

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