InterStim™-Therapie – Nutzen und Risiken

Wenn andere Behandlungsformen für Ihre Blasen- oder Darmprobleme nicht zum gewünschten Erfolg führen oder mit zu starken Nebenwirkungen verbunden sind, kann die Stimulation der Sakralnerven (InterStim-Therapie) Ihnen möglicherweise Linderung der Symptome verschaffen (überaktive Blase, hohe Restharnmengen durch schlaffe Blase, Stuhlinkontinenz oder Verstopfung).

Nutzen

Bei der sakralen Neuromodulation (Sakralnervstimulation) handelt es sich um eine reversible Therapie, die jederzeit unterbrochen werden kann.

Bei mit Interstim behandelten Patienten mit Stuhlinkontinenz wurde folgender Nutzen beobachtet:

  • Verbesserte Lebensqualität1–5
  • Vollständige Freiheit von bzw. dramatische Reduzierung der Inkontinenzepisoden1–5
  • Unbekümmertes Leben ohne Angst vor unwillkürlichem Stuhlabgang5

Bei Patienten mit Verstopfung (Obstipation) wurde folgender Nutzen beobachtet:

  • Wesentliche Verbesserung hinsichtlich der Anzahl der wöchentlichen Stuhlgänge6
  • Befreiung von Bauchschmerzen6
  • Verbesserte Lebensqualität7

Bei Patienten mit überaktiver Blase wurde folgender Nutzen beobachtet:

  • Wesentliche Verbesserung hinsichtlich der Anzahl der Inkontinenzepisoden, wobei bei einer großen Zahl der Behandelten die Kontinenz vollständig wiederhergestellt wurde8
  • Wesentlich weniger Toilettengänge9
  • Verbesserte Lebensqualität10

Bei Patienten mit schlaffer Blase (Detrusorhypokontraktilität, atone Blase) wurde folgender Nutzen festgestellt:

  • Erhöhung der beim Toilettengang ausgeschiedenen Harnmenge11
  • Keine Katheterisierung notwendig11
  • Verbesserte Lebensqualität12

Sie können gemeinsam mit Ihrem Arzt die InterStim-Therapie testweise ausprobieren, ohne vorab eine verbindliche Entscheidung für diese Behandlungsform treffen zu müssen.

Für die Teststimulation wird im unteren Rückenbereich ein dünner Draht unter die Haut eingeführt und an einen kleinen, am Gürtel zu tragenden externen Teststimulator angeschlossen. Der Teststimulator gibt über diesen dünnen Draht schwache elektrische Impulse an Ihre Sakralnerven ab. Diese Impulse können bewirken, dass Ihre Blase und/oder Ihr Darm so arbeitet, wie sie/er soll. Bei entsprechender Vorsicht können Sie während der typischerweise über mehrere Tage laufenden Teststimulation den meisten Ihrer üblichen Aktivitäten nachgehen.

Risiken

Wie bei jeder medizinischen Behandlung können auch bei der sakralen Neuromodulation bei einigen Personen gewisse Nebenwirkungen auftreten:2,13

  • Schmerzen an der Implantationsstelle des Schrittmachers
  • Verrutschen der Elektroden im Körper
  • Infektion / Hautirritation
  • Technische Probleme
  • Nachteilige Veränderungen der Darm- oder Blasenfunktion
  • Taubheit an der Implantationsstelle
  • Unerwünschte Stimulation oder Mißempfindungen

Diese Nebenwirkungen traten nur bei sehr wenigen Personen auf2,13 und konnten in nahezu allen Fällen abgestellt werden. Dazu müssen Sie jedoch beim Auftreten von Nebenwirkungen Ihren Arzt informieren.

Quellenangaben

  1. Muñoz-Duyos A, Navarro-Luna A, Brosa M, et al. Clinical and cost effectiveness of sacral nerve stimulation for faecal incontinence. Br J Surg. 2008;95:1037-1043.
  2. Fraser C, Glazener C, Grant A, et al. Systematic review of the efficacy and safety of sacral nerve stimulation for faecal incontinence. Review Body for Interventional Procedures; 2004. Zusammengestellt durch das National Institute for Clinical Excellence.
  3. Tjandra JJ, Chan MK, Yeh CH, Murray-Green C. Sacral nerve stimulation is more effective than optimal medical therapy for severe fecal incontinence: a randomized, controlled study. Dis Colon Rectum. 2008;51:494-502.
  4. Melenhorst J, Koch SM, Uludag O, et al. Sacral neuromodulation in patients with faecal incontinence: results of the first 100 permanent implantations. Colorectal Dis. 2007;9:725-730.
  5. Uludag O, Koch SM, van Gemert WG, et al. Sacral neuromodulation in patients with fecal incontinence: a single-center study. Dis Colon Rectum. 2004;47:1350-1357.
  6. Ganio E, Masin A, Ratto C, et al (für die GINS-Gruppe). Sacral nerve modulation for chronic outlet constipation. 7th Int Meeting Coloproctology, Saint Vincent 2002, http://www.colorep.it/Rivista%20CEC/sacral_nerve_modulation_for_chro.htm (aufgerufen am 29.3.2009)
  7. Holzer B, Rosen HR, Novi G, et al. Sacral nerve stimulation in patients with severe constipation. Dis Colon Rectum. 2008;51:524-529.
  8. Schmidt RA, Jonas U, Oleson KA, Janknegt RA, Hassouna MM, Siegel SW, Muñoz-Duyos A, Navarro-Luna A, Brosa M, et al. Sacral nerve stimulation for treatment of refractory urinary urge incontinence. J Urol. 1999;162:352-357.
  9. Hassouna MM, Siegel SW, Nyeholt AA, Elhilali MM, van Kerrebroeck PE, Das AK, et al. Sacral neuromodulation in the treatment of urgency-frequency symptoms: a multicenter study on efficacy and safety. J Urol. 2000;163:1849-1854.
  10. Cappellano F, Bertapelle P, Spinelli M, Catanzaro F, Carone R, Zanollo A, et al (für die GINS-Gruppe). Quality of life assessment in patients who undergo sacral neuromodulation implantation for urge incontinence: an additional tool for evaluating outcome. J Urol. 2001;166:2277-2280.
  11. Jonas U, Fowler CJ, Chancellor MB, Elhilali MM, Fall M, Gajewski JB, et al. Efficacy of sacral nerve stimulation for urinary retention: results 18 months after implantation. J Urol. 2001;165:15-19.
  12. Das AK, Carlson AM, Hull M (US MDT-103-Studiengruppe). Improvement in depression and health-related quality of life after sacral nerve stimulation therapy for treatment of voiding dysfunction. Urology. 2004;64:62-68.

Van Voskuilen AC, Ooerlemans DJ, Weil EH, de Bie RA, van Kerrebroeck PE. Long term results of neuromodulation by sacral nerve stimulation for lower urinary tract symptoms: a retrospective single center study. Eur Urol. 2006;49:366-372.

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 18-05-2011

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