Normaldruck-Hydrocephalus

Ein Normaldruck-Hydrocephalus wird durch zu viel Liquor in den Hirnventrikeln hervorgerufen. Vor allem Menschen über 70 Jahre sind betroffen. Die Implantation eines Shunts von Medtronic kann die Symptome lindern.

Definition

Hydrocephalus bezeichnet eine erhöhte Liquormenge in den Hirnventrikeln. Ein Normaldruck-Hydrocephalus ist eine Form des Hydrocephalus, die ältere Erwachsene (im Allgemeinen über 70 Jahre) betrifft.

Unter normalen Bedingungen besteht ein empfindliches Gleichgewicht zwischen der Menge an produziertem, zirkulierendem und resorbiertem Liquor in den Hirnhöhlen, den so genannten Ventrikeln. Ein Hydrocephalus entsteht, wenn Liquor nicht durch das Ventrikelsystem fließen kann oder wenn nicht genauso viel Liquor in den Blutkreislauf resorbiert wie produziert wird.

Symptome

Ein Normaldruck-Hydrocephalus ist durch den langsamen Eintritt folgender drei Symptome (im Allgemeinen in dieser Reihenfolge) gekennzeichnet:

  • Gehstörungen in Form kleiner, schlurfender Schritte, Fallneigung, ein Gefühl von schweren Füßen oder Schwierigkeiten beim Treppensteigen
  • Harninkontinenz (Blasenstörung) in Form von häufigem Drang zum Wasserlassen oder Verlust der Fähigkeit, das Wasser zu halten
  • Leichte Demenz (kognitive Störungen) in Form von Vergesslichkeit, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, Verlust des Interesses an Aktivitäten oder Stimmungsschwankungen

Ursachen

Wie bei anderen Formen des Hydrocephalus ist das definierende Merkmal eines Normaldruck-Hydrocephalus eine Vergrößerung der Hirnventrikel. Vermutlich entstehen die Symptome dadurch, dass die vergrößerten Ventrikel die Nervenleitung zwischen Gehirn und Rückenmark stören. Manchmal nimmt auch die Durchblutung des Gehirns ab.

Bei über der Hälfte der Menschen mit Normaldruck-Hydrocephalus wird keine Ursache gefunden. In anderen Fällen hatten die Personen früher eine Hirnblutung (z. B. durch die Ruptur eines Aneurysmas oder ein Hirntrauma) oder Meningitis. Es ist jedoch nicht klar, warum oder wie diese Erkrankungen einen Normaldruck-Hydrocephalus hervorrufen.

Diagnostik

Ein Normaldruck-Hydrocephalus ist u.U. schwer zu diagnostizieren, weil nicht alle Symptome zur gleichen Zeit auftreten. Zudem gehen die Symptome auch häufig mit anderen Erkrankungen einher, die bei älteren Menschen häufig anzutreffen sind (z. B. Parkinson-Krankheit, Arthrose und Alzheimer-Krankheit).

Im Allgemeinen werden eine oder mehrere der folgenden Untersuchungen eingesetzt, um einen Normaldruck-Hydrocephalus zu diagnostizieren:

  • Bildgebende Verfahren des Gehirn, bei denen vergrößerte Ventrikel zu erkennen sind
    • Bei einer Computertomographie (CT) werden Röntgenstrahlen eingesetzt, um Querschnittbilder zu erzeugen, die Ärzten einen Einblick in viele verschiedene Teile des Gehirns ermöglichen
    • Die Magnetresonanztomographie liefert wichtige Details zum Ventrikelsystem und trägt dazu bei, andere Störungen wie ein subdurales Hämatom, Tumore, eine Infektion oder eine strukturelle Anomalie auszuschließen
  • Neuropsychologische Tests können am genauesten die kognitiven Stärken und Schwächen aufdecken und dokumentieren
  • Die Lumbaldrainage von Liquor wird herangezogen, um zu beurteilen, ob eine Person voraussichtlich von einer Shuntanlage profitieren wird.
    • Die Lumbalpunktion ist ein invasives Diagnoseverfahren, bei dem Liquor aus der Wirbelsäule entnommen wird.
    • Die erweiterte Lumbaldrainage ist eine Alternative, wenn jemand auf eine einfache Lumbalpunktion nicht anspricht.
  • Die Messung des Liquor-Abflusswiderstands ist ein komplizierterer Test, bei dem die Liquor-Resorptionsfähigkeit des Körpers bestimmt wird

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 18-05-2011

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