Neurostimulatoren – Nutzen und Risiken 

Die Neurostimulation kann Ihre chronischen Schmerzen lindern und Alltagstätigkeiten erleichtern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Nutzen und Risiken im Zusammenhang mit dem Einsatz eines Neurostimulators gegen Ihre chronischen Rücken- und Beinschmerzen.

Nutzen

Im Allgemeinen kommt es bei Menschen, bei denen die Neurostimulation erfolgreich ist,

  • zu einer Schmerzlinderung von mindestens 50 %1-6
  • zu einem leichten Kribbelgefühl im Schmerzbereich
  • zu einer Abnahme des oralen Schmerzmittelbedarfs1-6
  • zu einer Reduktion der Nebenwirkungen von oralen Medikamenten1-6

Weitere Merkmale dieser Behandlung:

  • Sie beinhaltet keine dauerhaften Veränderungen des Rückenmarks oder der Nerven
  • Sie lässt sich auf verschiedene Stimulationsstärken für verschiedene Aktivitäten und Tageszeiten einstellen
  • Sie ist reversibel – Ihr Arzt kann das Gerät abschalten und entfernen
  • Sie können die Therapie kurzzeitig ausprobieren, bevor Sie ein dauerhaftes Implantat erhalten

Risiken

Ziel der Neurostimuenlation ist eine Schmerzlinderung mit möglichst wenig Nebenwirkungen. Allerdings birgt sie, wie alle Behandlungen, auch Risiken.

Häufige Nebenwirkungen:

  • Keine Stimulation aufgrund des Verrutschens der Elektrode oder aus anderen Gründen, was eine Schmerzlinderung verhindert
  • Zwischenzeitlich aussetzende Stimulation
  • Stimulation an der falschen Stelle, wenn die Elektrode verrutscht ist
  • Unangenehme Stimulation
  • Schmerzen am Stimulationsort
  • Probleme mit dem Programmiergerät oder der Datenübertragung

Schwerwiegende Komplikationen sind seltener, jedoch nicht ausgeschlossen.

  • Die Neurostimulation erfordert eine Operation, bei der – wie bei jeder Operation – ein Infektionsrisiko besteht
  • An der Implantationsstelle des Neurostimulators können sich Blut (Hämatom) oder Flüssigkeit (Serom) sammeln
  • In seltenen Fällen kann es durch eine falsche Platzierung der Elektrode zu einer Verletzung des Rückenmarks kommen
  • Gerätebedingte Komplikationen können eine weitere Operation zur Neuplatzierung, Reparatur oder zum Austausch von Systemteilen erforderlich machen

Quellenangaben

  1. North R, Kidd D, Zuhurak, M, et al. Spinal Cord Stimulation for Chronic, Intractable Pain: Experience Over Two Decades. Neurosurgery 1993;32 384-395.
  2. Kumar K, Toth C, Nath R, et al. Epidural Spinal Cord Stimulation for Treatment of Chronic Pain—Some Predictors of Success. A 15-Year Experience. Surg Neurol 1998;50:110-121.
  3. De La Porte C, Van de Kelft E. Spinal Cord Stimulation in Failed Back Surgery Syndrome. Pain 1993;52:55-61.
  4. Devulder J, De Laat M, Van Bastalaere M, et al. Spinal Cord Stimulation: A Valuable Treatment for Chronic Failed Back Surgery Patients. J Pain Symptom Manage 1997;13:296-301.
  5. Burchiel K, Anderson V, et al. Prospective, Multicenter Study of Spinal Cord Stimulation for Relief of Chronic Back and Extremity Pain. Spine 1996;21:2786-2794.
  6. Turner J, Loeser J, Bell K. Spinal Cord Stimulation for Chronic Low Back Pain: A Systematic Literature Synthesis. Neurosurgery 1995;37:1088-1096.

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 18-05-2011

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