Hirnschädigung

Eine Hirnschädigung kann Ihr Leben von einem Moment auf den anderen ändern. Die Verletzung wird Ihr Denken, Fühlen und Verhalten verändern sowie Ihr Erinnerungsvermögen beeinträchtigen. Sehr häufig ist die Folge einer Hinschädigung eine Einschränkung in der Bewegungsfähigkeit durch Muskelsteifheit und Spastik. Medtronic bietet eine Behandlungsoption, die in manchen Fällen dazu beitragen kann, die aus einer Hirnschädigung resultierende Muskelsteifheit oder Spastik zu lindern.

Definition des Begriffs „Erworbene Hirnschädigung“

Eine erworbene Hirnschädigung ist eine Schädigung des Hirns, die weder erblich bedingt oder angeboren ist noch durch degenerative Prozesse, wie Verschleiß oder ein Geburtstrauma verursacht wurde.1

Eine erworbene Hirnschädigung führt üblicherweise zu Veränderungen in der Aktivität des Nervensystems. Diese Veränderungen können die verschiedensten Bereiche betreffen: Wahrnehmung, Sprech-, Sprach- und Kommunikationsvermögen, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration, Lernfähigkeit, Urteilsvermögen, abstraktes Denkvermögen, körperliche Funktion, psychosoziales Verhalten und Informationsverarbeitung.2

Eine der möglichen Ursachen für eine erworbene Hirnschädigung ist ein Schädel-Hirn-Trauma.

Definition des Begriffs „Schädel-Hirn-Trauma“

Ein Schädel-Hirn-Trauma ist definiert als eine Verletzung des Schädels mit Beteiligung des Hirns, beispielsweise durch einen Schlag gegen den Schädel oder das Eindringen eines Fremdkörpers in den Schädel.

Schädel-Hirn-Traumata werden in verschiedene Schweregrade von leicht (kurzzeitige Veränderung des Geisteszustands oder Bewusstlosigkeit) bis schwer (längere Bewusstlosigkeit oder Gedächtnisverlust nach dem das Schädel-Hirn-Trauma auslösenden Ereignis) eingeteilt. Schädel-Hirn-Traumata können zu kurz- und langzeitigen Beeinträchtigungen der motorischen Funktion führen.3

Ursachen für erworbene Hirnschädigungen

Mögliche Ursachen für eine erworbene Hirnschädigung sind u.a.:2

  • Atemwegsobstruktion: Verengung oder Verlegung der Atemwege
  • Ertrinkungsunfall
  • Eindrücken des Brustkorbs
  • Strom- oder Blitzschlag
  • Traumatische Schädigung des Kopfs und/oder des Halses
  • Schädel-Hirn-Trauma mit oder ohne Schädelbruch
  • Blutverlust aufgrund offener Wunden, schlag- oder stoßbedingte arterielle Gefäßeinklemmung, Gefäßabriss
  • Herzinfarkt, Schlaganfall, arteriovenöse Gefäßdeformation (AVM), Aneurysma, Hirnoperation
  • Infektionskrankheiten, intrakranielle Tumore, Stoffwechselstörungen
  • Meningitis, bestimmte Geschlechtskrankheiten, AIDS, durch Insekten übertragene Krankheiten, Hirntumore, Hypo-/Hyperglykämie, hepatische Enzephalopathie, uremische Enzephalopathie, Anfallsleiden
  • Substanzenmissbrauch, Alkoholmissbrauch, Blei- oder Kohlenmonoxidvergiftung, toxische Chemikalien, Chemotherapie (in seltenen Fällen)

Ursachen für Schädel-Hirn-Traumata

Die Hauptursachen für Schädel-Hirn-Traumata sind:

  • Stürze3,4
  • Verkehrsunfälle3,4
  • Schläge mit oder Anstoßen an einem harten Gegenstand3,4
  • Tätliche Angriffe und andere Formen körperlicher Gewalt3,4
  • Explosionen5

Risikofaktoren für Hirnschädigungen

Alleine in den USA erleiden Jahr für Jahr 80.000 bis 90.000 Menschen ein zu einer Behinderung führendes Schädel-Hirn-Trauma.6

Das höchste Risiko für ein Schädel-Hirn-Trauma besteht bei den folgenden Personengruppen:

  • Männer (im Vergleich zu Frauen etwa 1,5-faches Risiko)4
  • Kleinkinder und Teenager (insbesondere im Alter von 0 bis 4 und von 15 bis 19 Jahren)4
  • Angehörige bestimmter Berufsgruppen (z. B. Fallschirmjäger)7

Symptome

Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas sind u.a.:

  • Kognitive Beeinträchtigungen (Störung der Denkfähigkeit und insbesondere des Gedächtnisses)2
  • Längeres Wachkoma2
  • Stark ausgeprägte Verhaltensprobleme (Psychose, Depression, Rastlosigkeit, Streitlust, Feindseligkeit)2
  • Muskelbewegungsstörungen2
  • Spastik

Diagnostik

Nach Stabilisierung des Betroffenen können verschiedenste Untersuchungen zur Diagnosefindung beitragen:8

  • Körperliche Untersuchung
  • Abschätzung der Bewusstseinsstörung – Ein geeignetes Instrument hierfür ist die Glasgow Coma Scale (GCS)
  • Detaillierte neurologische Beurteilung
  • Detaillierte Anamneseerhebung – Zum Ausschluss anderer Erkrankungen
  • Röntgenaufnahmen von Schädel und Nacken – Diese Untersuchungen dienen dazu, das Ausmaß etwaiger Brüche von Schädel- und Halsknochen zu bestimmen
  • Computertomographie (CT) – Anhand von CT-Bildern kann festgestellt werden, ob Hirnblutungen, -ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) oder -tumore vorliegen
  • Elektroenzephalogramm (EEG) – Grafische Darstellung der elektrischen Aktivität des Hirns
  • Zerebrale Angiographie – Detaillierte Untersuchung der Blutgefäße im Hirn
  • Magnetresonanztomographie (MRT) – Bei dieser auch als Kernspintomographie bezeichneten Untersuchungstechnik wird mithilfe eines starken Magnetfelds und elektromagnetischer Wellen im Radiofrequenzbereich ein detailliertes, dreidimensionales Bild des Hirns gewonnen, anhand dessen auch leichtere Hirnschädigungen diagnostiziert werden können

Spastik aufgrund einer Hirnschädigung

Eine Spastik wird durch eine Schädigung oder Verletzung des Teils des zentralen Nervensystems (Hirn oder Rückenmark) verursacht, der die willkürlichen Bewegungen des Körpers steuert. Diese Schädigung unterbricht wichtige Signale zwischen dem Nervensystem und den Muskeln und führt zu einer Veränderung des Signalgleichgewichts, die wiederum eine verstärkte Aktivität der Muskeln (Spasmen) zur Folge hat.

Eine Spastik kann Bewegungen, Körperhaltung und Gleichgewicht erschweren. Sie kann die Bewegungsfähigkeit, die Bewegung einer oder mehrerer Extremitäten oder einer Körperhälfte beeinträchtigen. Manchmal ist die Spastik so stark, dass sie Alltagstätigkeiten, Schlaf und Pflege beeinträchtigt. In bestimmten Situationen kann der Kontrollverlust für die betroffene Person gefährlich werden.

Quellenangaben

  1. Brain Injury Association of America. Causes of Acquired Brain Injury. Artikel (in englischer Sprache) auf der Website http://www.biausa.org (aufgerufen am 23.7.2008).
  2. Brain Injury Association of America. Types of Brain Injury. Übersichtsseite (in englischer Sprache) auf der Website http://www.biausa.org (aufgerufen am 4.7.2008).
  3. Brain Injury Association of America. Facts about Traumatic Brain Injury. Artikel (in englischer Sprache) auf der Website http://www.biausa.org (aufgerufen am 4.7.2008).
  4. Langlois JA, Rutland-Brown W, Thomas KE. Traumatic brain injury in the United States: emergency department visits, hospitalizations, and deaths. Atlanta (GA): Centers for Disease Control and Prevention, National Center for Injury Prevention and Control; 2006.
  5. Defense and Veterans Brain Injury Center (DVBIC). Nicht veröffentlichte Daten. Washington (DC): U.S. Department of Defense; 2005.
  6. Thurman DJ, Alverson C, Dunn KA, Guerrero J, Sniezek JE. Traumatic brain injury in the United States: a public health perspective. J Head Trauma Rehabil. 1999;29(6):602-615.
  7. Ivins BJ, Schwab K, Warden D, Harvey S, Hoilien M, Powell J, et al. Traumatic brain injury in U.S. army paratroopers: prevalence and character. J Trauma. 2003;55(4):617-621.
  8. Neurology Channel. Traumatic Brain Injury Diagnosis. Artikel (in englischer Sprache) auf der Website http://www.neurologychannel.com (aufgerufen am 23.7.2008).

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 19-04-2016

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