Medtronic DBS Therapie (Tiefe Hirnstimulation)

 – Nutzen und Risiken

Zwar gibt es derzeit keine Heilung für den Essentiellen Tremor, doch reduziert die Medtronic DBS Therapie bei Essentiellem Tremor erwiesenermaßen die Ausprägung der mit der Erkrankung einhergehenden Tremors in Armen und Beinen.1

Die Tiefe Hirnstimulation behebt nicht die dem Essentiellen Tremor zugrunde liegende Ursache. Wenn die Therapie abgesetzt wird, werden Ihre Symptome zurückkehren.

Nutzen

Die DBS Therapie erleichtert auch noch nach 12 Monaten die Durchführung alltäglicher Aktivitäten, die den vom Essentiellen Tremor Betroffenen zuvor schwer fielen oder gänzlich unmöglich waren.1

Die DBS Therapie ist:

  • Sicher – Die DBS Therapie wurde von Medtronic in den 1980er Jahren entwickelt und 1995 in Europa für die Behandlung des Essentiellen Tremors zugelassen. Die Therapie ist derzeit für die Behandlung von Idiopathischem Parkinson-Syndrom, Essentiellem Tremor und Dystonien zugelassen. Seit 1997 haben bereits mehr als 55.000 Patienten in aller Welt von der Medtronic DBS Therapie profitiert.2
  • Wirksam – Das System gibt eine Stimulation ab, die einige Ihrer Symptome lindern kann.
  • Anpassbar – Ihr Arzt kann die Stimulationsparameter an Ihre speziellen Bedürfnisse anpassen.
  • Reversibel – Bei der DBS Therapie wird – anders als bei anderen chirurgischen Behandlungsformen – kein Teil des Gehirns entfernt oder zerstört. Erforderlichenfalls kann das Stimulationssystem abgeschaltet oder wieder aus dem Körper entfernt werden.

Risiken

Die DBS Therapie geht mit gewissen Risiken (z. B. Risiken des operativen Eingriffs, Nebenwirkungen und gerätebedingte Komplikationen) einher. Die Implantation eines Neurostimulatorsystems ist mit denselben Risiken verbunden wie jede andere Gehirnoperation auch.

Genauere Informationen zu diesen und anderen möglichen Risiken und Nebenwirkungen erhalten Sie von Ihrem Arzt. Viele der möglichen stimulationsbedingten Nebenwirkungen können durch Anpassung der Stimulationsparameter behoben werden. Möglicherweise sind mehrere Nachsorgetermine erforderlich, bis die Stimulationsparameter optimal eingestellt sind.

Mögliche Risiken des operativen Eingriffs:

  • Paralyse, Koma, Tod
  • Blutungen im Gehirn
  • Liquorverlust
  • Krampfanfälle
  • Infektion
  • Allergische Reaktion auf die implantierten Materialien
  • Vorübergehende oder dauerhafte neurologische Komplikationen
  • Verwirrung und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Schmerzen an der Operationsstelle
  • Kopfschmerzen

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen der Hirnstimulation:

  • Kribbelgefühl (Parästhesie)
  • Vorübergehende Verschlechterung der Symptome
  • Sprechstörungen wie Flüstern (Dysarthrie) und Wortbildungsstörungen (Dysphasie)
  • Sehstörungen (Diplopie)
  • Schwindel oder Benommenheit (Gleichgewichtsstörungen)
  • Muskelschwäche im Gesicht oder den Gliedmaßen, Teillähmungen (Paresen)
  • Anormale unwillkürliche Bewegungen (Chorea, Dystonie, Dyskinesie)
  • Bewegungs- und/oder Koordinationsstörungen
  • Stromschlagähnliche Stimulationsempfindungen
  • Taubheitsgefühle (Hypoästhesie)

Gerätebedingte Komplikationen

Mögliche gerätebedingte Komplikationen:

  • Schmerzen, Wundheilungsstörungen und Infektionen an den Stellen, an denen die Komponenten des Hirnstimulationssystems implantiert wurden
  • Infektion oder Vernarbung aufgrund durch die Haut austretender Systemkomponenten
  • Zusätzlicher operativer Eingriff aufgrund von Verlagerungen der Elektrode oder der Verbindungsstelle zwischen Elektrode und Verlängerung oder aufgrund mechanischer oder elektrischer Probleme
  • Allergische oder Abstoßungsreaktionen
  • Gewebeschäden aufgrund falsch eingestellter Stimulationsparameter oder Fehlfunktionen von Systemkomponenten

Quellenangaben

  1. Überblick über die klinische Erprobung der Activa-Therapie (2003).
  2. Von Medtronic, Inc. erhobene Daten.

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 18-05-2011

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