Therapie bei Epilepsie - Welche Möglichkeiten gibt es?

Epilepsie kann mit verschiedenen Arzneimitteln oder chirurgischen Maßnahmen behandelt werden. Eine wirkungsvolle Alternative kann die Tiefe Hirnstimulation (deep brain stimulation = DBS, englisch für Tiefe Hirnstimulation) sein, die auch von Medtronic angeboten wird.

Ziel der Behandlung einer Epilepsie ist, die Anfälle so weit wie möglich zu reduzieren oder sogar eine Anfallsfreiheit zu erreichen. Dabei sollten keine oder zumindest nur tolerierbare Nebenwirkungen auftreten, um die Lebensqualität zu verbessern1. In erster Linie kommen dabei anti-epileptische Medikamente zum Einsatz. Wenn die Medikamente mit der Zeit an Wirkung verlieren oder die Nebenwirkungen zu stark sind, können chirurgische Verfahren zum Einsatz kommen, wie Resektionen, die Vagusnerv-Stimulation und die Tiefe Hirnstimulation.

Behandlung der Epilepsie mit Medikamenten

Zu Anfang können durch anti-epileptische Medikamente, die Monotherapie, etwa zwei Drittel der Epilepsie-Patienten behandelt werden. Nach einer gewissen Zeit kann aber die Wirkung des Medikaments nachlassen. Wird die Toleranzgrenze der Medikamentendosis erreicht, wird ein zweites, später ein drittes Medikament oder auch eine Kombination verschiedener Präparate versucht2. In dieser Form kann die medikamentöse Therapie jedoch langfristig keine völlige Freiheit von Anfällen mehr gewährleisten.

Wenn operiert wird - Chirurgische Maßnahmen zur Behandlung der Epilepsie

Wenn die medikamentöse Therapie erschöpft ist, kann der Arzt chirurgische Eingriffe zur Behandlung der Epilepsie vorschlagen. Bei Epilepsien mit klar definiertem Ursprung der Anfälle werden neurochirurgische Eingriffe (Resektion) angewendet: Dabei entfernt der Arzt kleine Teile des Gehirns oder trennt sie voneinander. Einige Patienten lehnen diese Art des Eingriffs jedoch ab, da sein Ergebnis nicht rückgängig gemacht werden kann. Bei wieder anderen kommt dieser Eingriff aufgrund ihrer Erkrankungsform gar nicht in Frage. Für diese Patienten stand bisher nur die Vagusnerv-Stimulation zur Verfügung. Diese befreit Patienten jedoch nur selten von Anfällen.3

Die Tiefe Hirnstimulation

Eine klinische Studie mit über 100 Patienten hat gezeigt: Die Tiefe Hirnstimulation bei Epilepsie kann zu deutlich mehr Lebensqualität verhelfen4. Die Tiefe Hirnstimulation basiert auf einem implantierten Gerät, das einem Herzschrittmacher ähnelt. Dieses Gerät gibt elektrische Impulse an eine bestimmte Region des Gehirns ab: den anterioren Nukleus des Thalamus. Auch Medtronic bietet die Tiefe Hirnstimulation an, die Medtronic DBS Therapie (DBS = deep brain stimulation, englisch für Tiefe Hirnstimulation)

Durch die Stimulation dieses Bereichs können die "Schaltkreise" des Gehirns, die epileptische Anfälle mit verursachen, besser kontrolliert werden. Sowohl bei der Implantation des Systems für die Tiefe Hirnstimlation als auch bei der eigentlichen Therapie kann es zu Nebenwirkungen kommen.

Hier erfahren Sie mehr zur Tiefen Hirnstimulation

Quellenangaben

  1. ILAE, Quality of life: General considerations. Epilepsia 2003; 44 (Suppl. 6): 57-58
  2. Mohanraj R, Brodie MJ, Diagnosing refractory epilepsy: Response to sequential treatment schedules. European Journal of Neurology 2006; 13(3): 277-282
  3. Elliott RE et al., Vagus nerve stimulation in 436 consecutive patients with treatment-resistant epilepsy: Long-term outcomes and predictors of response. Epilepsy & Behavior 2010; 20(Dec) epub ahead of printing
  4. Fisher R, et al., Epilepsia 2010; 51(5): 899-908

 

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 18-05-2011

Section Navigation

Additional information

Contact Us

Medtronic GmbH
Medtronic
Earl-Bakken-Platz 1 40670 Meerbusch
work Kontakt Tel.  02159-8149-0
work Fax. 02159-8149-100
Deutschland