Das System von Medtronic (DBS-Therapie - DBS = deep brain stimulation) für die Tiefe Hirnstimulation, die bereits seit mehreren Jahren erfolgreich für die Therapie von Bewegungsstörungen (Parkinson-Erkrankung, Dystonie, essentieller Tremor) eingesetzt werden, steht nun auch Patienten mit Epilepsie zur Verfügung. Ziel der Tiefen Hirnstimulation ist es, einen bestimmten Bereich des Gehirns zu stimulieren. So können die "Schaltkreise" des Gehirns, die für epileptische Anfälle mit verantwortlich sind, besser kontrolliert werden.
Eine Studie mit mehr als 100 Patienten hat gezeigt, dass die Tiefe Hirnstimulation Menschen mit Epilepsie zu deutlich mehr Lebensqualität verhelfen kann1. Im Unterschied zu anderen operativen Behandlungsformen der Epilepsie ist die Tiefe Hirnstimulation reversibel - das heißt, sie kann wieder rückgängig gemacht werden. Diese Therapie lässt sich außerdem den Bedürfnissen des Patienten individuell anpassen.
Die Tiefe Hirnstimulation (Medtronic DBS Therapie) basiert auf einem implantierten Gerät, das einem Herzschrittmacher ähnelt. Dieses Gerät gibt elektrische Impulse an vorne liegenden Kern des Thalamus im Gehirn ab. So können die "Schaltkreise" besser kontrolliert werden, die die epileptischen Anfälle mit verursachen. Durch ein Arzt-Programmiergerät kann die Stimulation von außen, ohne erneuten Eingriff, den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden.
Das System für die Tiefe Hirnstimulation bei Epilepsie besteht aus drei implantierten Teilen:
Für die Tiefe Hirnstimulation bei Epilepsie ist der Activa PC zugelassen - ein Neurostimulator der neuesten Generation.
Der auch als „Hirnschrittmacher“ bezeichnete Neurostimulator erzeugt die elektrischen Impulse. Diese werden über die Verlängerung und die Elektrode an einen genau festgelegten Bereich im Gehirn abgegeben. Mit einem Arzt-Programmiergerät kann der Arzt die Einstellungen des Neurostimulators von außen überprüfen und anpassen. Der Patient erhält nach dem Eingriff ein kleines Programmiergerät, Intercept™ genannt. Damit kann er den Neurostimulator im Bedarfsfall aus- und wieder einschalten und die Stimulation in den von seinem Arzt freigegebenen Grenzen selbst anpassen. In der Regel bleibt der Neurostimulator jedoch kontinuierlich eingeschaltet, um eine fortlaufende Therapie zu gewährleisten. Mit dem Intercept Programmiergerät lassen sich außerdem die Batterie des Neurostimulators überprüfen, nach Vorgabe des Arztes die programmierten Parameter anpassen und ein epileptischer Anfall protokollieren.
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