Epilepsie

Epilepsie ist eine Erkrankung, von der allein in Europa mehr als 3,4 Millionen Menschen betroffen sind. Epilepsie tritt oft im Kindesalter oder nach dem 50. Lebensjahr auf. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch wiederholt auftretende epileptische Anfälle. In einer klinischen Studie konnte gezeigt werden, dass die Tiefe Hirnstimulation auch bei Epilepsie zu deutlich mehr Lebensqualität führen kann2.

Was ist Epilepsie und wie äußert sie sich?

"Epilepsie" beschreibt eine Vielzahl von Fehlfunktionen des Gehirns. Diese äußern sich durch wiederkehrende epileptische Anfälle3. Allein in Europa sind mehr als 3,4 Millionen Menschen von dieser Krankheit betroffen1. Ein epileptischer Anfall entsteht durch eine kurze vermehrte Entladung von Nervenzellen3. Er beeinträchtigt die Wahrnehmung und das Verhalten, und es kommt zu unbeabsichtigten Bewegungen, ungewöhnlichen Gefühlen und Verwirrung4.

Bei einem Drittel der Patienten tritt Epilepsie bereits sehr früh auf, im Kindesalter. Sie kann aber auch später auftreten, bei einem Drittel der Patienten nach dem 60. Lebensjahr. Epilepsie hat keinen konstanten Krankheitsverlauf. Tritt die Erkrankung im Kindesalter zwischen ein und zehn Jahren erstmals auf, werden die Patienten später häufig wieder anfallsfrei. Bei einigen Patienten ist Epilepsie jedoch chronisch, und der Krankheitsverlauf verschlechtert sich5. Patienten mit Epilepsie haben oft eine stark verringerte Lebensqualität und leiden unter psychischen Begleiterkrankungen wie Depression und Angsterkrankungen6. Schwere epileptische Anfälle und die damit verbundenen Stürze können zu weiteren Erkrankungen und einer verminderten Lebenserwartung führen7.

Es gibt zwei Hauptgruppen von epileptischen Anfällen:

  • Fokale Anfälle: Sie beginnen in einer definierten Region des Gehirns, können sich jedoch von dort über das gesamte Gehirn ausbreiten. Dies wird sekundäre Generalisierung genannt.
  • Generalisierte Anfälle: Verlauf und Symptome geben keinen Hinweis auf eine anatomisch begrenzte Region. Der Beginn der Epilepsie ist hier also, im Gegensatz zu fokalen Anfällen, nicht herdförmig.

Wie entsteht Epilepsie?

Bei einigen epileptischen Anfällen lässt sich keine hirnorganische oder stoffwechselbedingte Ursache feststellen. Ärzte sprechen dann von genuiner Epilepsie. Haben die Anfälle klare Ursachen, werden sie symptomatische Epilepsie genannt. Die symptomatische Epilepsie kann viele Ursachen haben:

  • Hirnschädigung aufgrund von Sauerstoffmangel, zum Beispiel bei der Geburt oder durch eine Missbildung von Blutgefäßen
  • Fehlbildungen des Hirngewebes
  • Hirntumoren
  • Schädelhirntrauma bei Unfällen
  • Infektion des Gehirns (Enzephalitis) durch Bakterien wie Meningokokken, Masern, Hepatitis C oder FSME-Viren (Zeckenenzephalitis)
  • Stoffwechselerkrankungen 

Epileptische Anfälle können mitunter auch akut durch körperlichen Stress (zum Beispiel aufgrund von starkem Schlafentzug), Fieber Alkoholmissbrauch oder Drogen ausgelöst werden.

Quellenangaben

  1. Forsgren L et al., The epidemology of epilepsy in Europe - a systematic review. Eur J Neurol 2005; 12: 245-53
  2. Fisher R, et al., Epilepsia 2010; 51(5): 899-908
  3. ILAE, Definition of epilepsy. Epilepsia 2003; 44(Suppl. 6): 15–16
  4. Sander JW, Shorvon SD, Epidemiology of the epilepsies. Journal of Neurology, Neurosurgery, and Psychiatry 1996; 61: 433-43
  5. Blume WT, The progression of epilepsy. Epilepsia 2006; 47(Suppl. 1): 71-78
  6. Téllez-Zenteno JF et al, Psychiatric comorbidity in epilepsy: a population-based analysis. Epilepsia 2007; 48: 2336-2344
  7. Hauser WA et al., Mortality in patients with epilepsy. Epilepsia 1980; 21: 399-412

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 18-05-2011

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