Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Rücken- und Beinschmerzen

In Europa leidet jeder Fünfte an Schmerzen aufgrund von Wirbelsäulenerkrankungen.1 Erfreulicherweise gibt es auch viele Behandlungsmöglichkeiten. Ärzte probieren häufig zunächst die medikamentöse Behandlung aus. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Physiotherapie oder Psychotherapie, eine Operation, Nervenblockaden oder medizinische Geräte wie z.B. die Neurostimulatoren und Medikamentenpumpen von Medtronic.

Fragen Sie Ihren Arzt nach einer geeigneten Schmerztherapie gegen Ihre chronischen Rücken- und Beinschmerzen. Eventuell sind nicht alle Behandlungen für Ihre Beschwerden geeignet.

Medikamente

Ärzte probieren häufig zunächst die medikamentöse Behandlung aus. Da jeder anders auf Medikamente anspricht, muss Ihr Arzt eventuell mehrere Dosierungen und Arzneimittel ausprobieren. Die Arzneimittelpalette reicht von frei verkäuflichen Schmerzmitteln wie Aspirin über Acetaminophen, entzündungshemmende Steroide bis zu stärkeren Schmerzmitteln.

Physiotherapie

Bei der Physiotherapie sollen Muskeln aufgebaut oder trainiert werden, damit Sie sich besser und mit weniger Schmerzen bewegen können. Ihr Arzt kann Ihnen passive Physiotherapie (z.B. Massagen und Hitze- bzw. Kälteanwendungen) oder aktive Behandlungen (z.B. körperliche Betätigung) verordnen.

Psychotherapie

Chronische Schmerzen können Stress hervorrufen, der Sie, Ihre Mitmenschen und Ihren Körper beeinflusst. Psychologen können mit Ihnen Entspannungstechniken, Techniken zur Schmerzbewältigung und Fähigkeiten zur Selbstkontrolle einüben.

Operationen zur Ursachenbehebung

Ihr Arzt veranlasst unter Umständen weitere Untersuchungen (z.B. Magnetresonanztomographie- oder Computertomographie-Untersuchung), um die Schmerzursache herauszufinden. Wenn die Untersuchungen ergeben, dass eine Operation sinnvoll ist, wird Ihr Arzt Ihnen diese Behandlung eventuell empfehlen.

Therapeutische Nervenblockaden

Bei der therapeutischen Nervenblockade wird ein örtliches Betäubungsmittel und/oder ein Steroid an die Schmerzstelle injiziert. Durch Nervenblockaden wird meistens nur eine zeitweilige Schmerzlinderung erreicht. Wenn Ihre Schmerzen nach mehreren Injektionen nicht nachlassen, wird Ihr Arzt eine andere Behandlung vorschlagen.

Medizinische Implantate

Medizinische Implantate wie z.B. die Neurostimulatoren und Medikamentenpumpen (Intrathekale Arzneimittelinfusionssysteme) von Medtronic werden operativ eingesetzt und verändern Schmerzsignale, bevor sie das Gehirn erreichen:

  • Neurostimulatoren – sie senden schwache elektrische Impulse an das Rückenmark, welche die Schmerzsignale an das Gehirn überlagern.
  • Medikamentenpumpen – sie geben Schmerzmittel direkt in den flüssigkeitsgefüllten Raum (so genannter Liquorraum), der das Rückenmark umgibt, ab. Dabei wird nur ein Bruchteil der alternativ oral einzunehmenden Medikamentenmenge benötigt.

Im Gegensatz zu einigen anderen Operationen sind diese Behandlungen reversibel, d.h. sie können jederzeit rückgängig gemacht werden. Ihr Arzt kann das Gerät abschalten und entfernen. Außerdem können Sie diese Behandlungen testen, bevor Sie ein dauerhaftes Implantat erhalten.

Neuroablation

Bei der Neuroablation zerstören Ärzte die Nerven (in der Regel durch Hitze), die Schmerzimpulse an das Gehirn weiterleiten. Die Neuroablation ist häufig die letzte Möglichkeit, wenn andere Behandlungen nicht helfen.

Quellenangaben

  1. Breivik H, Collett B et al. Survey of chronic pain in Europe: prevalence, impact on daily life, and treatment. Eur J Pain 2006; 10:287-333.

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 18-05-2011

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