Was sind Neurostimulatoren?

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Ein Neurostimulator ist etwa so groß wie eine Stoppuhr und wird operativ eingesetzt. Er sendet über eine oder mehrere Elektroden (spezielle medizinische Kabel) schwache elektrische Impulse an den Periduralraum in der Nähe des Rückenmarks. Die elektrischen Impulse erzeugen ein Kribbeln dort, wo Sie Schmerzen haben.

Funktionsweise

Die Neurostimulation sorgt für eine Schmerzlinderung, indem sie die Schmerzsignale verändert (moduliert), bevor sie das Gehirn erreichen. Sie ist wie das Reiben des "Musikantenknochens" nach einem Stoß, welches das Schmerzempfinden überdeckt. Auf ähnliche Weise überdeckt das durch die Neurostimulation erzeugte Kribbeln das Gefühl im Schmerzgebiet.

Intensität und Ort der Stimulation lassen sich mit einem Hand-Programmiergerät einstellen. Sie können beispielsweise unterschiedlich starke Stimulationen für verschiedene Tageszeiten oder Aktivitäten wie Gehen, Schlafen oder Sitzen einstellen.

Das Neurostimulationssystem

Das gesamte Neurostimulationssystem besteht aus fünf oder sechs (wenn ein wiederaufladbarer Neurostimulator implantiert wird) Teilen:

  • Neurostimulator – Gerät, das die elektrischen Impulse erzeugt (wird meist unter die Haut im Bauch platziert)
  • Elektroden – Spezielle medizinische Kabel, welche die Neurostimulation an den Periduralraum in der Nähe des Rückenmarks weiterleiten
  • Verlängerung – Kabel unter der Haut, mit dem die Elektroden an den Neurostimulator angeschlossen werden
  • Arzt-Programmiergerät – Computer in der Arztpraxis, mit dem der Arzt das Neurostimulationssystem und die Stimulationsparameter einstellen kann
  • Patienten-Programmiergerät – Handgerät, mit dem man die Stimulation zu Hause innerhalb der vom Arzt vorgegebenen Grenzen individuell anpassen kann
  • Aufladesystem (für wiederaufladbare Neurostimulatoren - RestoreSensor, RestoreUltra, RestoreAdvanced) - besteht aus einem Handladegerät, einer Antenne und einem Netzteil mit Kabel.

Das Neurostimulationssystem verursacht keine Geräusche. Es ist eventuell als kleine Vorwölbung unter der Haut zu spüren, jedoch normalerweise kaum durch die Kleidung zu erkennen.

Auswahl des Neurostimulators

Medtronic bietet verschiedene Neurostimulationssysteme mit unterschiedlichen Eigenschaften an, die auf verschiedene chronische Schmerzsymptome abgestimmt sind.

Die Auswahl des am besten geeigneten Neurostimulationssystem erfolgt zusammen mit dem Arzt und orientiert sich u.a. an folgenden Kriterien:

  • Zahl der eingesetzten Elektrodenpole: Je nach Größe des Schmerzbereichs können ein oder mehrere Elektroden mit insgesamt bis zu 16 Stimulationspolen eingesetzt werden.
  • Stimulationsort: Je nach Lage des Schmerzbereichs können Elektroden in die Nähe des Rückenmarks und/oder in das Unterhautfettgewebe am Rücken eingesetzt werden.
  • Aufladbare oder nicht-aufladbare Neurostimulationssysteme: Für jeden Patienten wird eine ganz spezielle Stimulationseinstellung vorgenommen. Dies kann zu ganz unterschiedlich hohem Strombedarf führen. Ist der Strombedarf relativ hoch, so kann ein wiederaufladbares System eingesetzt werden. Dieses funktioniert in der Regel 9 Jahre lang und muss nicht wie die anderen Systeme zwischendurch ausgetauscht werden. Im Abstand von einigen Wochen muss der Patient selbst das System von außen durch die Haut wieder aufladen. Ein nicht wiederaufladbarer Neurostimulator wird bei niedrigem Strombedarf verwendet und getauscht, wenn er leer ist.
  • Lageabhängigkeit der Stimulation: Bei einer Stimulation im Bereich des Rückenmarks ändert sich die Stimulationsempfindung bei vielen Patienten je nach Körperhaltung, so dass die Stimulation mit dem Patientenprogrammiergerät angepasst werden muss. Das RestoreSensor System ist das erste und einzige Stimulationssystem, dass die Körperhaltung des Patienten erkennt und die Anpassung von selbst vornimmt.
  • SureScan® MRT-Fähigkeit: Einige der Neurostimulatoren und Elektroden sind so konstruiert, dass es auch nach der Implantation weiterhin möglich ist, normale Ganzkörper-MRT Untersuchungen durchführen zu lassen. Näheres hierzu finden Sie auf unserer SureScan-Website. Ist kein SureScan System eingesetzt, so sind nur MRT Aufnahmen des Kopfes unter Verwendung von speziellen MRT-Geräten möglich.

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 19-02-2013

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