Leben mit einem Neurostimulator oder einer Medikamentenpumpe

Nach Implantation einer Medikamentenpumpe oder eines Neurostimulators von Medtronic und Abheilung der Implantationsstelle entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt ein Programm zur Schmerzbehandlung. Dieses Programm kann neben Ihrem Gerät von Medtronic auch andere Behandlungen wie Physiotherapie und Training beinhalten, um die Körperfunktion zur Bewältigung des Alltags wiederherzustellen.

Neurostimulatoren im Alltag

Die Neurostimulation kann dazu beitragen, Ihre chronischen Schmerzen zu lindern und die Ausführung von Alltagstätigkeiten wieder zu ermöglichen.1-6 Fragen Sie Ihren Arzt, welche Tätigkeiten durch die Neurostimulation erleichtert werden.

Leben mit einem Neurostimulator

Nach der anfänglichen Heilungszeit (6-8 Wochen) wird die Neurostimulationsbehandlung der Schmerzen zur Alltagsroutine.

Der Neurostimulator

  • erzeugt keine Geräusche
  • ist im Allgemeinen nicht durch die Kleidung zu erkennen
  • ist eventuell als kleine Vorwölbung unter der Haut zu spüren
  • lässt sich mit Hilfe von Hand-Programmiergeräten (ähnlich wie ein Handy oder Piepser) einstellen

Arztbesuche

Im Allgemeinen muss das Gerät alle 6 Monate überprüft werden, wobei anfangs häufigere Anpassungen notwendig sein können. Möglicherweise möchte Ihr Arzt Sie, je nach Ihrer individuellen Schmerzbehandlung, häufiger oder seltener sehen.

Zusätzlich zu den Routine-Arztbesuchen sollten Sie Ihren Arzt in folgenden Fällen verständigen:

  • Auftreten von zusätzlichen/ungewöhnlichen Schmerzen
  • wenn Sie ungewöhnliche Veränderungen der Stimulation feststellen oder bei eingeschaltetem Neurostimulationssystem nichts zu spüren ist
  • wenn Sie die Stimulation häufiger erhöhen als üblich
  • wenn das Stimulationsmuster sich unerwartet ändert

Realistische Erwartungen

Realistische Erwartungen sind Voraussetzung für die Zufriedenheit mit jeder Schmerzbehandlung. Man muss sich darüber bewusst sein, dass der Neurostimulator die Schmerzursache nicht beseitigt und die Grunderkrankung nicht heilt, sondern lediglich ein Beitrag zur Schmerzlinderung ist.

Entfernung des Neurostimulators

Wenn Sie den Neurostimulator nicht mehr benötigen oder Ihre Meinung zur Schmerzbehandlung ändern, kann Ihr Arzt ihn ausschalten oder entfernen.

Medikamentenpumpen im Alltag

Nach der anfänglichen Heilungszeit (6 bis 8 Wochen) wird die Pumpe zur Alltagsroutine. Klinische Studien haben gezeigt, dass viele Menschen, bei denen die chronischen Schmerzen durch orale Medikamente nicht gelindert werden konnten, den Alltag mit einer Medikamentenpumpe besser bewältigen konnten (Ergebnisse können schwanken).7-11

Sichtbarkeit der Pumpe

Die Pumpe wird direkt unter der Haut eingesetzt, um sie mit Hilfe einer Kanüle nachfüllen zu können. Wenn sie nicht durch Kleidung verdeckt ist, oder beim Tragen von enger Kleidung kann man die Pumpe u.U. unter der Haut erkennen. Je nach Körpergröße und -form am Implantationsort sowie der Größe der Pumpe ist sie eventuell überhaupt nicht zu erkennen.

Arztbesuche

Sie müssen für Kontrollen und zum Auffüllen der Pumpe regelmäßig zu Ihrem Arzt gehen. Das Medikament in der Pumpe muss - je nach Dosierung und Pumpengröße - etwa alle 6 bis 12 Wochen aufgefüllt werden.

Auffüllen und Einstellen der Pumpe

Der Arzt füllt die Pumpe über eine Kanüle mit Schmerzmittel. Sie müssen gemeinsam mit Ihrem Arzt die richtige Dosierung des Medikaments herausfinden.

Es kann eine Weile dauern, bis die richtige Dosierung gefunden ist. Da Medtronic Pumpen programmierbar sind, können verschiedene Dosierungen für verschiedene Aktivitäten oder Tageszeiten programmiert werden.

Einschränkung von Aktivitäten

Einige Bewegungen können Zug auf den Katheter oder die Nähte ausüben, mit denen die Pumpe fixiert ist. Ihr Arzt klärt Sie über Aktivitäten, die Sie vermeiden sollten, auf.

Der Katheter ist aus flexiblem, haltbarem Material, unterliegt jedoch einer gewissen Abnutzung. Extremes oder wiederholtes Bücken, Drehen, Springen oder Strecken kann zum Verrutschen oder zur Dehnung des Katheters führen, was eine Operation erforderlich macht.

Realistische Erwartungen

Realistische Erwartungen sind eine Voraussetzung für die Zufriedenheit mit jeder Schmerzbehandlung. Man muss sich bewusst sein, dass die Pumpe die Schmerzursache nicht beseitigt und die Grunderkrankung nicht heilt, sondern lediglich ein Beitrag zur Schmerzlinderung ist.

Entfernung der Pumpe

Wenn Sie die Pumpe nicht mehr benötigen oder Ihre Meinung zur Schmerzbehandlung ändern, kann Ihr Arzt sie ausschalten oder entfernen.

Quellenangaben

  1. North R, Kidd D, Zuhurak, M, et al. Spinal Cord Stimulation for Chronic, Intractable Pain: Experience Over Two Decades. Neurosurgery 1993;32 384-395.
  2. Kumar K, Toth C, Nath R, et al. Epidural Spinal Cord Stimulation for Treatment of Chronic Pain—Some Predictors of Success. A 15-Year Experience. Surg Neurol 1998;50:110-121.
  3. De La Porte C, Van de Kelft E. Spinal Cord Stimulation in Failed Back Surgery Syndrome. Pain 1993;52:55-61.
  4. Devulder J, De Laat M, Van Bastalaere M, et al. Spinal Cord Stimulation: A Valuable Treatment for Chronic Failed Back Surgery Patients. J Pain Symptom Manage 1997;13:296-301.
  5. Burchiel K, Anderson V, et al. Prospective, Multicenter Study of Spinal Cord Stimulation for Relief of Chronic Back and Extremity Pain. Spine 1996;21:2786-2794.
  6. Turner J, Loeser J, Bell K. Spinal Cord Stimulation for Chronic Low Back Pain: A Systematic Literature Synthesis. Neurosurgery 1995;37:1088-1096.
  7. Onofrio BM, Yaksh TL. Long-Term Pain Relief Produced by Intrathecal Infusion in 53 Patients. J Neurosurg 1990; 72: 200-209.
  8. Winkelmuller M, Winkelmuller W. Long-Term Effects of Continuous Intrathecal Opioid Treatment in Chronic Pain of Nonmalignant Etiology. J Neurosurg 1996; 85: 458-467.
  9. Paice JA, Penn RD, Shott S. Intraspinal Morphine for Chronic Pain: A Retrospective, Multicenter Study. J Pain Symptom Manage 1996; 11(2): 71-80.
  10. Lamer TJ. Treatment of Cancer-Related Pain: When Orally Administered Medications Fail. Mayo Clinic Proc 1994; 69:473-480.
  11. Portenoy RK. Management of Common Opioid Side Effects During Long-Term Therapy of Cancer Pain. Ann Acad Med 1994; 23:160-170.

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 18-05-2011

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