Neurostimulation bei Angina pectoris

Angina pectoris betrifft häufig nicht nur den Patienten selbst, sondern auch sein Umfeld. Soziale Aktivitäten und Kontakte werden seltener und die Lebensqualität nimmt ab. Wenn Ihre Lebensqualität trotz optimaler medikamentöser Therapie und einer Änderung Ihrer Lebensgewohnheiten eingeschränkt bleibt, kann die Neurostimulation helfen.1

Was ist die Neurostimulation?

Bei der Neurostimulation kommt ein kleines implantierbares Gerät zum Einsatz: der Neurostimulator. Er sendet über eine oder mehrere Elektroden (spezielle medizinische Kabel) schwache elektrische Impulse in die Nähe des Rückenmarks, den sogenannten Epiduralraum. Der Neurostimulator ist etwa so groß wie eine Stoppuhr und wird operativ eingesetzt. Die elektrischen Impulse der Neurostimulation erzeugen ein Kribbeln an der Stelle, an der die Angina pectoris-Anfälle Schmerzen verursachen.

Wie funktioniert die Neurostimulation?

Die Neurostimulation kann den Schmerz lindern, indem sie die Schmerzsignale verändert (moduliert), bevor sie das Gehirn erreichen. Ein Beispiel: Wenn Sie sich den Ellbogen anstoßen, berühren Sie reflexartig die schmerzende Stelle. Die Berührung lindert den Schmerz. Auf ähnliche Weise überdeckt das durch die Neurostimulation erzeugte Kribbeln das Gefühl im Schmerzgebiet.
Mit dem Hand-Programmiergerät legen Sie fest, wann und wie intensiv stimuliert werden soll. So können Sie zum Beispiel unterschiedlich starke Stimulationen bei der Vorbeugung von Angina pectoris Anfällen (z. B. dreimal täglich eine Stunde), bei einem akuten Angina pectoris Anfall oder bei erhöhter Belastung anwenden.

Das System für die Neurostimulation

Das System für die Neurostimulation besteht aus fünf oder sechs (bei wiederaufladbaren Neurostimulatoren) Teilen:

  • Neurostimulator: Das Gerät, das die elektrischen Impulse erzeugt. Der Neurostimulator wird meist unter der Haut im Bauchraum platziert.
  • Elektroden: Spezielle medizinische Kabel, die die Neurostimulation vom Neurostimulator an den Epiduralraum in der Nähe des Rückenmarks weiterleiten.
  • Verlängerungen: Kabel, mit dem die Elektroden an den Neurostimulator angeschlossen werden. Die Verlängerungen verlaufen unter der Haut.
  • Arzt-Programmiergerät: Computer in der Arztpraxis, mit dem der Arzt das System für die Neurostimulation und seine Einstellungen (Stimulationsparameter) programmieren kann.
  • Patienten-Programmiergerät: Handgerät, mit dem Sie die Stimulation zu Hause anpassen können. Die Grenzen für die Anpassung gibt der Arzt individuell vor.
  • Aufladesystem (für wiederaufladbare Neurostimulatoren - RestoreSensor, RestoreUltra, RestoreAdvanced) - besteht aus einem Handladegerät, Antenne und Netzteil mit Kabel.

Das System für die Neurostimulation verursacht keine Geräusche. Eventuell ist der Neurostimulator als kleine Vorwölbung unter der Haut zu spüren. Durch die Kleidung erkennt man den Neurostimulator jedoch normalerweise kaum.

Auswahl des Neurostimulators

Medtronic bietet verschiedene Neurostimulationssysteme mit unterschiedlichen Eigenschaften an, die auf verschiedene chronische Schmerzsymptome abgestimmt sind.

Die Auswahl des am besten geeigneten Neurostimulationssystem erfolgt zusammen mit dem Arzt und orientiert sich u.a. an folgenden Kriterien:

  • Zahl der eingesetzten Elektrodenpole: Je nach Größe des Schmerzbereichs können ein oder mehrere Elektroden mit insgesamt bis zu 16 Stimulationspolen eingesetzt werden.
  • Aufladbare oder nicht-aufladbare Neurostimulationssysteme: Für jeden Patienten wird eine ganz spezielle Stimulationseinstellung vorgenommen. Dies kann zu ganz unterschiedlich hohem Strombedarf führen. Ist der Strombedarf relativ hoch, so kann ein wiederaufladbares System eingesetzt werden. Dieses funktioniert in der Regel 9 Jahre lang und muss nicht wie die anderen Systeme zwischendurch ausgetauscht werden. Im Abstand von einigen Wochen muss der Patient selbst das System von außen durch die Haut wieder aufladen. Ein nicht wiederaufladbarer Neurostimulator wird bei niedrigem Strombedarf verwendet und getauscht, wenn er leer ist.
  • Lageabhängigkeit der Stimulation: Bei einer Stimulation im Bereich des Rückenmarks ändert sich die Stimulationsempfindung bei vielen Patienten je nach Körperhaltung, so dass die Stimulation mit dem Patientenprogrammiergerät angepasst werden muss. Das RestoreSensor System ist das erste und einzige Stimulationssystem, dass die Körperhaltung des Patienten erkennt und die Anpassung von selbst vornimmt.
  • SureScan® MRT-Fähigkeit: Einige der Neurostimulatoren und Elektroden sind so konstruiert, dass es auch nach der Implantation weiterhin möglich ist, normale Ganzkörper-MRT Untersuchungen durchführen zu lassen. Näheres hierzu finden Sie auf unserer SureScan-Website. Ist kein SureScan System eingesetzt, so sind nur MRT Aufnahmen des Kopfes unter Verwendung von speziellen MRT-Geräten möglich.

Weiter: RestoreSensor Neurostimulator
Weiter: RestoreUltra Neurostimulator
Weiter: RestoreAdvanced Neurostimulator
Weiter: PrimeAdvanced Neurostimulator
Weiter: myStim Patienten-Programmiergerät

Quellenangaben

  1. AWMF S3 Leitlinie: Epidurale Rückenmarkstimulation zur Therapie chronischer Schmerzen. Stand 4/2010. Link zur online Version.

Die Informationen auf dieser Webseite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Wenden Sie sich also für Informationen zu Diagnose und Behandlung immer auch an Ihren Arzt.

Letzte Aktualisierung: 20-02-2013

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